Neue Broschüre zeigt erfolgreiche Kooperationen zwischen Wohnungswirtschaft und Wohnungsnotfallhilfe

Berlin – Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft arbeitet seit vielen Jahren eng mit Trägern der Wohnungsnotfallhilfe zusammen, um Wohnungsverlust zu verhindern und wohnungslose Menschen wieder in eigenen Wohnraum zu bringen. Wie vielfältig und wirksam diese Zusammenarbeit ist, zeigt die neue Broschüre „Gemeinsam gelingt’s. Gute Praxis der Kooperation zwischen Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungswirtschaft“, die der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) veröffentlicht hat.

Kooperationen als zentraler Baustein gegen Wohnungslosigkeit

Die Broschüre ist ein gemeinsamer Beitrag der drei Verbände zum Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit (NAP W), der das Ziel verfolgt, Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Der Aktionsplan bringt Bund, Länder, Kommunen und Fachpraxis zusammen und setzt auf wirkungsorientierte Maßnahmen. Die neue Publikation zeigt, wie wichtig funktionierende Kooperationen für Prävention und Wohnraumversorgung sind und welche erfolgreichen Modelle bereits existieren.

„Unsere Unternehmen übernehmen jeden Tag soziale Verantwortung. Die Beispiele in der Broschüre zeigen eindrucksvoll, dass gemeinsames Handeln von Wohnungswirtschaft und sozialen Trägern entscheidend ist, um Wohnungsverlust zu verhindern und Menschen in schwierigen Lebenslagen wieder eine Perspektive zu geben“, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Vielfältige Praxisbeispiele aus Stadt und Land

Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reicht von sozialer Mieterberatung in Darmstadt über mobile Mieterhilfen in Bielefeld und aufsuchende Hilfen in Berlin bis zur präventiven Sozialarbeit im ländlichen Landkreis Prignitz. Hinzu kommen unterschiedliche Modelle der Wohnraumversorgung im Bestand. Besonders hervorzuheben sind auch innovative Ansätze wie die NRW-Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ mit ihren Kümmerer-Projekten. Dort arbeiten Sozialarbeit und Immobilienfachwissen im Team, um Hürden beim Zugang zu Wohnraum abzubauen, Mietverhältnisse zu stabilisieren und individuelle Lösungen zu entwickeln.

Nutzen für alle Beteiligten

Die Beispiele zeigen: Kooperationen wirken dort am besten, wo klare Strukturen, Vertrauen und feste Kommunikationswege bestehen. Durch gemeinsames Handeln können Konflikte früh erkannt, Mietschulden geklärt, notwendige Hilfen vermittelt und Wohnungsverluste dauerhaft verhindert werden. Viele der vorgestellten Projekte erzielen hohe Erfolgsquoten und leisten messbare Beiträge zur Stabilisierung von Mietverhältnissen – sowohl in angespannten Wohnungsmärkten als auch in Regionen mit besonderen sozialen Herausforderungen.

Mit der Broschüre möchten die drei Verbände weitere Unternehmen und Kommunen ermutigen, bestehende Kooperationen auszubauen oder neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Jede verhinderte Räumung und jede erfolgreiche Vermittlung in eigenen Wohnraum ist ein wichtiger Schritt zu mehr sozialer Sicherheit und zu dem Ziel, Wohnen für alle Menschen möglich zu machen.

Die Broschüre finden Sie hier:

Neue Wege für bezahlbares Wohnen: Das sind die Gewinner des DW-Zukunftspreises 2025

„Anders Bauen für bezahlbares Wohnen: Innovativ, einfach, experimentell“ – unter diesem Motto haben Wohnungs- und Immobilienunternehmen aus ganz Deutschland ihre visionären Ideen eingereicht. Nun stehen die Gewinner des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft 2025 fest. Im Rahmen des WohnZukunftsTags in Berlin wurden am 25. Juni vier Neubauprojekte ausgezeichnet.

Der Juryvorsitzende Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Radermacher freute sich über das große Interesse an der Ausschreibung. Es seien interessante, oft innovative Anregungen in einem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gegeben worden. Das sind die diesjährigen Preisträger:

Duplexhäuser für das Quartier „Haferblöcken“

Das Gemeinschaftsprojekt der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG, der HANSA Baugenossenschaft und der Dornieden Gruppe entstand am Öjendorfer See in Hamburg. Dort wurden in sehr kurzer Bauzeit von knapp einem Jahr 45 sogenannte Duplex-Reihenhäuser bis zum Sommer 2024 errichtet. Die Duplex-Variante ist so konzipiert, dass das Haus mit zwei Wohnungen bei Bedarf sehr einfach zum Reihenhaus umgewandelt werden kann und umgekehrt. Das Projekt wurde seriell geplant und umgesetzt. Durch die einfache serielle Bauweise konnten die Bauzeiten und auch die Baukosten reduziert sowie Mängel minimiert werden. Entsprechend sind auch die Mieten auf einem niedrigen Niveau. Durch die flexiblen Grundrisse ergeben sich vielfältige Nutzungs- und Umnutzungsmöglichkeiten. Dadurch ist auch beim Generationenwechsel ein flexibles Wohnen möglich. Aufwand und Nutzen stehen entsprechend in einem sehr guten Verhältnis, weshalb die häufig gewünschte Skalierbarkeit, also die Übertragbarkeit der Planung, Ausführung und Nutzung auf andere Projekte sehr gut möglich ist, so das Urteil der Jury.

Mitarbeiterwohnen für Beschäftigte des Universitätsklinikums Heidelberg

Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg errichtete innerhalb von nur 14 Monaten bis zum Mai 2025 99 Wohnungen in fünf Gebäuden für Mitarbeitende des Uniklinikums mit unteren und mittleren Einkommen. Das Quartier befindet sich in guter Lage am Neckar, in unmittelbarer Nähe des Klinikums auf der anderen Flussseite. Durch eine Fußgängerbrücke und die Nähe wird eine gute Verbindung zwischen Wohnen und Arbeiten hergestellt. Es handelt sich um kompakte und standardisierte Gebäude und Wohnungen. Trotz der typisierten Grundrisse können die Wohnungen offen und flexibel von unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Anforderungen an die Wohnumgebung genutzt werden, lobte die Jury. Das Mitarbeiterwohnen ist wichtig, um die Fachkräftesicherung zu gewährleisten. Durch die nachhaltige modulare Holzhybridbauweise sowie den Einbau von standardisierten Nasszellen-Modulen konnte eine vergleichbar kurze und effiziente Realisierung umgesetzt werden. Trotz relativ hoher Baukosten wurden die Mieten als pauschale Standardkaltmieten niedrig angesetzt. Aufgrund der Typisierung des Bauens ist auch dieses Konzept skalierbar, also auf andere Projekte übertragbar.

Wohnen in den Fehrle-Gärten

Die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG hat in Schwäbisch Gmünd ein neues Quartier errichtet, welches laut Jury nicht nur bauliche, sondern auch soziale und nutzungsspezifische sowie nachhaltige Sonderkomponenten enthält. Das Ziel der Genossenschaft war, bezahlbare Mietwohnungen für alle Generationen und Lebenssituationen in einem zukunftsfähigen, autofreien Quartier mit qualitätvollen Freianlagen – inklusive Sonderwohnformen und Dienstleistungsangeboten – zu schaffen und sie hat dieses Ziel nach knapp drei Jahren Bauzeit im Sommer 2024 erreicht. Das Quartiersprojekt mit 147 Wohnungen und diversen Sondernutzungsflächen enthält sehr differenzierte Architektur-, Bau- und Nutzungstypologien sowie großzügige Freianlagen, so dass Menschen aus vielen Bevölkerungsschichten partnerschaftlich zusammenwohnen und -leben können. Trotz Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und den daraus folgenden Krisen konnte das Projekt in relativ kompakter Bauzeit umgesetzt werden. Dem dienten auch die hohen Vorfertigungsgrade von Holzbau- und Technikmodulen. Obwohl es ein umfassendes Quartiersprojekt ist, waren die Baukosten relativ günstig. Die daraus folgenden Mieten sind bezahlbar.

Sonderpreis für Quartier in nachhaltiger serieller Holzbauweise: „Mannheim 1“

Das serielle/modulare Holzbau-Unternehmen NOKERA Construction GmbH errichtete für die GBG Unternehmensgruppe GmbH im Nordosten Mannheims auf einer Konversionsfläche ein Neubau-Wohnquartier mit 167 Wohneinheiten. Das Projekt wurde im Herbst 2024 fertiggestellt, nach einer Bauzeit von nur 17 Monaten. Das Quartier entstand in nachhaltiger serieller Holzbauweise mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad im KfW 40 QNG-Standard. Sowohl die Gebäude als auch die Wohnungen wurden kompakt, aber laut Jury auch sehr innovativ gestaltet. Die Herstellungskosten des Quartiers konnten durch digitale Prozesse, serielle Vorfertigung sowie die Optimierung der Förderfähigkeit deutlich im Vergleich zum marktüblichen Niveau reduziert werden. Zudem hat das Projekt auch einen sozialen Charakter, da nahezu alle Wohnungen gefördert wurden. Entsprechend sind auch die Mieten niedrig und bezahlbar. Aufgrund der Standardisierung beziehungsweise Typisierung ist auch dieses Projekt als skalierbar einzuordnen.

Fazit: Echte Blaupausen für die Zukunft – „anders bauen“ ist möglich

Anders bauen für bezahlbares Wohnen – innovativ, einfach, experimentell: Dieses Motto treffe angesichts der Wohnbaukrise den Nerv der Zeit, lobte GdW-Präsident und Schirmherr des Preises Axel Gedaschko. Die ausgezeichneten Projekte würden eindrucksvoll zeigen, dass „anders bauen“ möglich ist: „Sie verbinden Kreativität mit Pragmatismus, denken Bestehendes weiter, hinterfragen Konventionen und gehen mutig neue Wege. Genau diese Innovationskraft brauchen wir, wenn wir die Wohnraumversorgung sozial gerecht, ökologisch tragfähig und wirtschaftlich machbar gestalten wollen“, so Gedaschko. Besonders beeindruckend sei die Qualität der Einreichungen, die eines deutlich mache: „Wenn Mut zum Experimentieren mit dem klaren Ziel sozialverträglichen Bauens zusammenkommt, entstehen echte Blaupausen für die Zukunft“. Die prämierten Projekte zeigten, dass Bauen schneller, günstiger und zugleich qualitätsvoll sein kann, wenn der Wille da sei, gewohnte Strukturen aufzubrechen. Dafür brauche es aber nicht nur gute Ideen, sondern auch einen politischen Rahmen, der Innovation ermöglicht statt hemmt, fordert der GdW-Präsident.

Carsten Wiese, Mitglied der Geschäftsleitung Aareon Deutschland GmbH: „Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Umso wichtiger ist es, dass es bezahlbar bleibt. Das diesjährige Motto hat einen gesellschaftlichen Nerv getroffen und die innovativen Siegerprojekte setzen einen wichtigen Benchmark in der Branche. Zudem freue ich mich, dass der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft, den Aareon seit den Anfängen in 2004 als Partner präsentiert, dieses Jahr erstmalig anlässlich des GdW-WohnZukunftsTags verliehen wurde. Damit haben wir die Sichtbarkeit dieser bedeutenden Auszeichnung gemeinschaftlich noch weiter erhöht, denn DW-Zukunftspreis und WohnZukunftsTag passen ideal zusammen.“

Dank an Jury-Vorsitzenden für langjähriges Engagement

Nach über einem Jahrzehnt endet in diesem Jahr die Tätigkeit von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Radermacher als Jury-Vorsitzender des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft. Mit seiner Expertise und seinem Einsatz hat er die Auszeichnung über viele Jahre hinweg geprägt und zahlreiche innovative Projekte begleitet. „Die in den Einreichungen und in den siegreichen Arbeiten deutlich werdende Innovationsfähigkeit bei Unternehmen der Immobilienwirtschaft ist beeindruckend. Es war eine große Freude, gute Ideen zu verstehen und auszuzeichnen und dabei mit einer großartigen, kompetenten und engagierten Jury, und gut betreut durch die Veranstalter, zusammenarbeiten zu können“, betonte Radermacher, der unter anderem Mitglied im Club of Rome ist.

DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft: Innovative Plattform für die gesamte Branche

Das Fachmagazin „DW Die Wohnungswirtschaft“ richtet jährlich den DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft aus, um – mit wechselndem Schwerpunkt – herausragende Beispiele aus der Praxis der Wohnungswirtschaft zu ehren. Präsentiert wird der renommierte Branchenpreis von Aareon. Die Schirmherrschaft liegt in den Händen von Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Die technische und organisatorische Betreuung übernimmt der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. Unterstützt wird der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft außerdem vom BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. Die Jury des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft setzt sich aus namhaften Vertretern der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zusammen.

Positionspapier zur Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft

Die Wohnungswirtschaft in Deutschland steht vor großen Herausforderungen – von nachhaltigem Bauen über effizientes Energiemanagement bis hin zur Entlastung von Verwaltungsprozessen. Digitalisierung bietet hier enorme Chancen, doch fehlende politische und rechtliche Rahmenbedingungen bremsen den Fortschritt in den Wohnungsunternehmen aus.

Im Positionspapier zur Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft benennen die wohnungswirtschaftlichen Verbände konkreten Maßnahmen und wichtige Weichenstellung, um digitale Innovationen in unserer Branche voranzutreiben. Damit die vollen Potentiale der Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft genutzt werden können, sind insbesondere Anpassungen bei Datennutzungs-Regelungen, bei der Betriebskostenverordnung und im Verwaltungshandeln nötig.

Das Positionspapier trägt alle Forderungen kompakt auf zehn Seiten zusammen – das Dokument soll in der beginnenden Legislaturperiode auch in die digitalpolitischen Diskurse in Berlin eingebracht werden.

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Verbände fordern Klarheit und Verlässlichkeit für die Wärmewende: Wohnungswirtschaft unterstützt gemeinsamen Appell

Die Wohnungswirtschaft bekräftigt gemeinsam mit führenden Branchenverbänden die Forderung nach einer klaren, verlässlichen und praxistauglichen Strategie für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. In einem gemeinsamen Appell rufen GdW, BDEW, BDH, BEE, B.KWK, BWP, DVGW, VKU, ZIA, Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft e.V. und ZVSHK die Politik dazu auf, die Wärmewende konsequent, sozial verträglich und wirtschaftlich machbar zu gestalten.

Dazu Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW:

„Eine klimaneutrale Wärmeversorgung ist essenziell für das Gelingen der Energiewende. Doch um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir Klarheit und Verlässlichkeit in der politischen Strategie. Die derzeitigen regulatorischen Unsicherheiten und die stetig steigenden Anforderungen an die Gebäudeeffizienz gefährden nicht nur die Investitionsbereitschaft, sondern treiben auch die Kosten für Mieter und Vermieter in die Höhe.

Statt immer schärfere Effizienzvorgaben durchzusetzen, die zu massiven Kostensteigerungen führen, brauchen wir eine realistische, pragmatische Herangehensweise. Der Fokus muss auf einer schnellen Defossilisierung der Wärmeversorgung liegen – durch erneuerbare Wärmequellen wie Wärmepumpen, grüne Fernwärme und Abwärmenutzung. Dies kann effektiver zur CO2-Reduktion beitragen als die bisherige, übermäßige Konzentration auf Maßnahmen an der Gebäudehülle, die oft unwirtschaftlich und sozial problematisch ist.

Ein wesentlicher Punkt unseres Appells ist die Notwendigkeit einer langfristigen Planbarkeit für die Wohnungsunternehmen. Die Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bis 2026 muss genutzt werden, um praxisgerechte Regelungen zu schaffen, die Investitionen erleichtern und eine kontinuierliche Entwicklung hin zur Klimaneutralität ermöglichen.

Ebenso entscheidend ist eine sozialverträgliche Wärmewende. Die Belastung für Mieter und Eigentümer darf nicht weiter steigen. Deshalb fordern wir eine gezielte Förderstrategie, die nicht nur den Klimaschutz, sondern auch bezahlbares Wohnen sicherstellt.

Die Wohnungswirtschaft steht bereit, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Jetzt ist die Politik gefragt, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen – für eine Wärmewende, die Planungssicherheit schafft, sozial ausgewogen bleibt und die Klimaziele effizient erreicht.“

Den Wärme-Appell finden Sie hier.

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BID-Verbände: Wählen gehen, Demokratie stärken und Bauen wieder bezahlbarer machen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID), ruft alle Wahlberechtigten zum Wählen bei der bevorstehenden Bundestagswahl auf. Die wachsende gesellschaftliche Spaltung, der eklatante Wohnungsmangel und die wirtschaftlichen Herausforderungen der Immobilien- und Wohnungswirtschaft verlangen nach einem klaren Kurs und verlässlichen Rahmenbedingungen.

„Gehen Sie wählen! Das Wahlrecht ist das wichtigste Element der Demokratie und die wirksamste Form der Beteiligung an der politischen Entwicklung. Wir stehen vor wichtigen Entscheidungen, die die Zukunft und den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes beeinflussen. Billiger Populismus will spalten, sorgt nicht für das friedliche Miteinander und ein gutes Ergebnis für unser Land. Unseriöse, einfache Antworten werden den komplizierten Herausforderungen nicht gerecht“, betonte der BID-Vorsitzende und Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Dirk Salewski, in Berlin.

„Es muss einer kommenden Bundesregierung gelingen, Bauen wieder bezahlbarer zu gestalten. Wir müssen mehr Bauen, mit weniger und nicht mehr Vorschriften und Regeln. Dazu müssen klare, verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden und Erleichterungen bei der Erlangung von Eigentum erreicht werden. Dazu gehört auch, dass das Bundesbauministerium gestärkt wird und alle relevanten Kompetenzen erhält. Baupolitik litt bislang an mangelnder politischer Bedeutung und fehlender Durchsetzungskraft. Das muss sich ändern. Ansonsten werden wir eine zunehmende soziale Spaltung, Abwanderung von Fachkräften und eine Zunahme bei Unternehmensinsolvenzen in unserem Land erleben, die niemand wollen kann“, sagte Salewski.

„Die bevorstehende Wahl ist richtungsweisend – es geht nicht nur darum, eine neue Regierung zu wählen, sondern auch darum, unsere demokratischen Werte zu stärken. Wer eine stabile Gesellschaft will, muss Parteien unterstützen, die sich für die Schaffung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, für den Bau bezahlbarer Wohnungen, sowie für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Dazu gehört, dass sich die Parteien der Mitte endlich mit Nachdruck und Verantwortung um das Wohnen als die soziale Frage unserer Zeit kümmern und echte, wirksame Lösungen auf den Weg bringen. Statt den Mangel nur zu verwalten, braucht es einen Bau-Boost: Baukosten senken, vergünstigte Grundstücke bereitstellen und den sozialen Wohnungsbau massiv fördern. Ohne flexible Bauvorschriften, schnellere Genehmigungen, eine Baukostenbremse und ein verlässliches Fördersystem bleibt bezahlbares Wohnen eine Illusion“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

„Die höchsten Baustandards in Europa, hohe Steuern und Bürokratie sowie falsche Förderungen und massive Regulierungen verteuern, erschweren und verhindern den Wohnungsbau – mit gravierenden Folgen für Arbeitsmarkt, Wirtschaft und sozialen Zusammenhalt“, warnte Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD. „Wohnungsmangel ist kein isoliertes Problem, sondern eine Gefahr für sozialen Frieden und wirtschaftliche Entwicklung. Fachkräfte finden in den Wachstumsregionen keinen bezahlbaren Wohnraum, Investoren schrecken vor unsicheren Rahmenbedingungen zurück. Nur eine echte Wohnwende wird die Lösung bringen: Der Immobilienmarkt muss entfesselt, der Wohnungsbau wiederbelebt werden. Die neue Regierung muss den Bauturbo zünden und die Legislaturperiode der Eigentumsbildung ermöglichen. Die Bau- und Wohnpolitik muss so ausgerichtet werden, dass sie den Menschen die Türen zum Eigenheim öffnet. Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger: Nutzen Sie Ihr Wahlrecht! Stärken Sie wirtschaftlich kompetente Kräfte der politischen Mitte. Deutschland steht am Scheideweg – verharren wir im Krisenmodus oder wagen wir die Wirtschafts- und Wohnwende? Nutzen wir diese Wahl klug.“

„Die zukünftige Bundesregierung muss Voraussetzungen schaffen, in denen der Immobiliensektor endlich wieder wachsen kann. Gesetze müssen praktikabel und umsetzbar sein – ohne zu überfordern. Auch eine zielgerichtete und breit angelegte Förderung des Wohneigentums, die insbesondere junge Familien und Haushalte mit mittlerem Einkommen stärker beachtet, muss endlich auf den Weg gebracht werden. Eigentumsbildung ist kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunft. Eine Politik, die Wohneigentum befördert, stärkt nicht nur sozialen Frieden, sondern kurbelt auch das Wirtschaftswachstum an, sichert Arbeitsplätze und ermöglicht eine Altersvorsorge für breitere Schichten unserer Bevölkerung“, betonte Sylvia Pruß, Präsidentin des Verbandes der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV).

„Deutschland steht vor einem entscheidenden Jahr. Es muss gelingen, endlich spürbare wirtschaftspolitische Impulse zu setzen. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken, Wirtschaftswachstum stimulieren und sich so auch positiv auf den Immobilienmarkt auswirken. Die Schaffung von mehr Wohnraum gehört zu den aktuell drängendsten politischen und sozialen Aufgaben, sie birgt in gesellschaftlicher Hinsicht großen Konfliktstoff. Die neue Bundesregierung wird hier besonders gefordert sein, schnell umfassende und zielführende Maßnahmen zu ergreifen, die den Wohnungsbau vor allem in den Großstädten ankurbeln“, erklärte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Gute und aussichtsreiche Maßnahmen seien im Bündnis bezahlbarer Wohnraum erarbeitet worden. Jetzt komme es auf deren zügige Umsetzung an.

„Es braucht ein kräftiges Zeichen für die Demokratie. Sie bietet die Basis für Innovation und Fortschritt, für eine leistungsfähige Wirtschaft und den Wohlstand der Menschen in dieser Republik. Umso wichtiger, dass eine künftige Bundesregierung der Mitte die ökonomische Kehrtwende vollzieht. Die Politik muss den Anteil staatlich bedingter Kosten bei Bau und Verkauf runterschrauben, die Regulierung zurückfahren und ein investitionsfreundliches Umfeld schaffen. Damit kann die Immobilienwirtschaft ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, Klimaschutz und Wohlstand in diesem Land weiter leisten. Gehen Sie bitte wählen. Die Demokratie steht unter Druck, sie braucht Sie“, betonte Iris Schöberl, Präsidentin des Spitzenverbandes der deutschen Immobilienwirtschaft (ZIA).

In der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland arbeiten die Verbände BFW, VDIV, GdW, IVD, vdp, und ZIA zusammen, um mit gebündelten Kräften gemeinsam inhaltliche Positionen effektiver in der Öffentlichkeit zu vertreten. Mit der BID steht der Politik und anderen Wirtschaftszweigen sowie weiteren Verbänden ein unterstützender und durchsetzungsfähiger immobilienwirtschaftlicher Partner zur Seite. Weitere Informationen über die BID finden Sie im Internet unter www.bid.info

Mehr zu den ausführlichen Positionen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft im GdW zur Bundestagswahl 2025 finden Sie hier.

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KfW-Webinar: Vortrag Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (KNN) – Wohngebäude (296)

Der GdW hat uns den Vortrag des KfW-Webinars „Programm Klimafreundlicher Neubau – Niedrigpreissegment” vom 18.02.2025 zur Verfügung gestellt. Sie können sich die Präsentation hier herunterladen:

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Wissenschaftler fordern Kurswechsel in der Klimapolitik des Gebäudesektors

Renommierte Wissenschaftler aus den Bereich Architektur und Ingenieurwesen haben am 14.11.2024 in Berlin ihr Manifest für eine nachhaltige, kosteneffiziente und sozial verträgliche Klimapolitik im Gebäudesektor vorgestellt.

Darin kritisieren sie die seit vielen Jahren einseitige Fokussierung auf immer höhere Energieeffizienzstandards und fordern einen politischen Richtungswechsel. „Die historisch gewachsene, alleinige Fokussierung auf Energieeinsparung im Gebäudesektor ist gescheitert! Nur ein Paradigmenwechsel im Klimaschutz bei Gebäuden auf einen Praxispfad, der die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ins Zentrum unseres Handelns rückt, ist finanzierbar, stellt die Erreichung der Klimaschutzziele sicher und gewährleistet bezahlbares Wohnen“, so die Autorinnen und Autoren. Das Manifest ist Gründungsdokument der „Initiative Praxispfad CO2-Reduktion im Gebäudesektor“. Ziel der Initiative ist es, einen breiten Diskurs in der Öffentlichkeit zu organisieren. Die Initiatoren fordern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft und Politik dazu auf, der Initiative beizutreten.

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft unterstützt die Initiative der Wissenschaftler und ist ihr offiziell beigetreten. Unterstützen auch Sie die Initiative für bezahlbaren Klimaschutz:

Auf dieser Internetseite kann man der Initiative per Anmelde-Button beitreten: Link. Sie finden auf der Website auch alle Informationen der Initiative und einen Videomitschnitt der Pressekonferenz.

Unser Bundesverband GdW hat sich anlässlich der Initiative mit einem Brief an die Mitglieder der Regionalverbände gewandt. Darin wird um eine Unterstützung der Initiative gebeten. Sollten Sie das Schreiben nicht bekommen haben, schicken wir es Ihnen gerne zu. Bitte melden Sie sich bei Tobias Straubinger (Mail: tobias.straubinger@vdwbayern.de, Tel.: 089 290020-305).

Download Manifest

Hemmnisse beim Förderprogramm Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (KNN) – Wohngebäude (296)

Erste Rückmeldungen von Wohnungsunternehmen zum KNN-Förderprogramm zeigen, dass die im für die Antragstellung verpflichtend anzuwendenden Excel-Tool anzusetzenden Bauwerkskosten (KG 300/400/550) dazu führen, dass die Anforderung mit “nicht erfüllt” gekennzeichnet ist, da die Baukosten über den im Excel-Tool hinterlegten Baukosten-Referenzwert liegen.

Der Baukosten-Referenzwert bildet sich aus der Summe der mittleren Baukosten der KG 300 und 400 für Deutschland (mittlerer BKI-Kostenkennwert der Gebäudeart MFH, mit bis zu 6 WE, einfacher Standard BKI, Stand I. Quartal 2024), welcher mittels BKI-Regionalfaktoren auf das regionale Preisniveau und mittels allgemeinen Baupreisindex (Destatis: Neubau (konventionelle Bauart) von Wohngebäuden) auf das Preisniveau zum Betrachtungszeitpunkt angepasst wird. Die BKI-Regionalfaktoren werden automatisch anhand der eingegebenen Postleitzahl des Investitionsobjekts ermittelt.

Im Ergebnis führt eine Überschreitung des Baukosten-Referenzwerts dazu, dass eine Antragstellung nicht möglich ist. Derzeit gehen wir davon aus, dass der untere Wert für die genannten Kostengruppen bei 2.000 € netto, also 2.380 Euro brutto liegt.

Der GdW steht zu dem Thema in engem Austausch mit dem Bauministerium. Sollten sich die Baukostenobergrenzen als unrealistisch erweisen, besteht seitens des Bauministeriums die Bereitschaft, Anpassungen vorzunehmen.

Wir möchten Sie daher bitten, uns mögliche Hemmnisse für die Inanspruchnahme der KNN-Förderung zukommen zu lassen.

Kontakt: tobias.straubinger@vdwbayern.de

GdW: Coworking – Rahmenvereinbarung 2.0 mit der CoWorkLand (CWL)

Der GdW hat im Jahr 2021 eine Rahmenvereinbarung mit der genossenschaftlich organisierten CoWorkLand (CWL) aus Kiel unterzeichnet, um die Möglichkeiten und Voraussetzungen für das mobile Arbeiten von Mietern in den Quartieren durch Schaffung von Coworking-Places zu unterstützen, aber auch grundsätzlich für Beschäftigte in den Unternehmen der Wohnungswirtschaft alternative Arbeitsplätze anzubieten, vor allem auch in den ländlichen Räumen.

Mit der neuen Rahmenvereinbarung 2.0 setzen wir die Kooperation mit der CWL fort. Das Leistungspaket der CWL wurde ergänzt und an die Bedürfnisse der Unternehmen weiter angepasst. Inzwischen hat die CWL auch die Anzahl der Coworking-Spaces in Deutschland von 76 (2021) auf 154 (2024) fast verdoppelt und ist nun in fast allen Bundesländern (mit Ausnahme von Bremen, Hamburg und dem Saarland) vertreten. Eine Reihe von Wohnungsunternehmen haben sich bereits auf der Grundlage der RV 1.0 intensiver mit dem Thema Coworking in ihren Beständen auseinandergesetzt. Neben Vorträgen und Workshops wurden vor allem Potenzialanalysen für eigene Standorte durchgeführt und die Einrichtung von Coworking-Spaces sowie die Unterstützung bei der Betreibersuche geprüft.

Die Rahmenvereinbarung beinhaltet auch das Angebot, bereits vorhandene Coworking-Spaces aus dem deutschlandweiten CWL-Netzwerk zu nutzen. Buchungen können über eine zentrale Buchungsplattform erfolgen.

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