WohWi zur Sache digital – Die neuen Wohnraumförderbestimmungen in Bayern

WohWi zur Sache digital

Die neuen Wohnraumförderbestimmungen in Bayern

03.05.2022

Es referierten:

Roman Dienersberger, Ministerialrat
Leiter des Referats „Wohnraumförderung und Sonderförderprogramme“ im
Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Patrik Zeitler, Wohnungswirtschaftlicher Berater des VdW Bayern

Die Präsentationen sowie einen Mitschnitt der Vorträge finden Sie hier aufgeführt.

Referent
Roman Dienersberger, Ministerialrat
Leiter des Referats „Wohnraumförderung
und Sonderförderprogramme“ im Bayerischen
Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

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Aufzeichnung des Vortrags

Referent
Patrik Zeitler,
Wohnungswirtschaftlicher Berater
des VdW Bayern

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Aufzeichnung des Vortrags

Auch 2021 viele Bremsen für den Wohnungsbau

München (30.12.2020) – Corona-Pandemie, ein Regelungs-Dickicht und die immer komplexere Technisierung der Wohnhäuser sind nur einige unter vielen Baubremsen für Bayerns Wohnungswirtschaft. Dies ergab eine Mitgliederbefragung des VdW Bayern unter 491 Verbandsmitgliedern. Trotzdem will die Branche für das Jahr 2021 größtenteils an ihren vor der Pandemie geplanten Bau- und Modernisierungsprojekte festhalten und voraussichtlich bayernweit über 2 Milliarden Euro in preiswerten Wohnraum investieren.
„Der hohe Planungsaufwand für Neubauten durch zu viele Vorgaben, steigende technische Anforderungen an Wohngebäude sowie hohe Grundstücks- und Handwerkerkosten wird auch im neuen Jahr die Wohnungsunternehmen in Bayern vor große Probleme stellen“, fasst Verbandsdirektor Maier die Ergebnisse der Mitgliederbefragung zusammen.

73 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich durch zu viele Verordnungen und Regelwerke am Bau ausgebremst. „Der daraus resultierende Planungsmehraufwand ist damit die größte Baubremse für Bayerns Wohnungswirtschaft“, stellt Maier klar. Ein fast ebenso großes Problem für die Branche sind die immer weiter steigenden technischen Anforderungen an Wohngebäude: Automatische Belüftung und Heizungssteuerung sind wartungsaufwändig und teuer in der Einrichtung. „Wir würden uns wünschen, dass hier in Zukunft verstärkt eine Kosten-Nutzen-Abwägung stattfindet.“

Schon lange beklagt die Wohnungswirtschaft darüber hinaus explodierende Grundstücks- und Handwerkerkosten. Die Beschaffung geeigneter Grundstücke ist aktuell für 68 Prozent aller bauwilligen Unternehmen ein großes Problem, fehlende Kapazitäten im Bauhandwerk bremsen 60 Prozent der Unternehmen in ihrer Bautätigkeit aus.

Insgesamt betrachtet lief die Arbeit auf Bayerns Baustellen trotz all dieser Baubremsen und der Pandemie im „Corona-Jahr“ 2020 relativ gut, resümiert der Verbandsdirektor. „Die bauaktiven Mitgliedsunternehmen berichten zum Jahresende von durchschnittlichen Verzögerungen von rund vier Monaten – damit kann man noch leben“. Pandemiebedingte Verzögerungen traten vor allem im Frühjahr 2020 auf, als zahlreiche Handwerker aus dem europäischen Ausland kurzfristig vor geschlossen Grenzen stand. „Hier hat die Politik schnell reagiert und pragmatische Lösungen gefunden“, lobt der Verbandsdirektor.

Ungetrübter Investitionswille der Wohnungswirtschaft

Sehr froh ist der Verbandschef auch über den ungetrübten Investitionswillen der Branche: „Über 80 Prozent der Wohnungsunternehmen wollen ihre Investitionen für 2021 genauso durchführen, wie sie vor der Pandemie geplant waren. Fast 10 Prozent berichten uns, dass sie im kommenden Jahr sogar mehr Geld als ursprünglich eingeplant in die Hand nehmen werden – ein gutes Zeichen!“

Gemessen an den Prognosen Anfang 2020 bedeute dies, dass die bayerische Wohnungswirtschaft auch 2021 wieder über 2 Milliarden Euro in bezahlbaren Wohnraum investieren wird. Diese Investitionen sind dringend nötig, denn über 87 Prozent der Unternehmen meldeten im Dezember, dass sich die Nachfrage nach Wohnraum im Jahr 2020 nicht verringert habe. „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum für Bayern und dürfen dabei über Corona auch die vielen weiteren Baubremsen nicht vergessen, die bauwilligen Genossenschaften und Wohnungsunternehmen das Leben schwer machen“, fordert Maier.

„Die sozialorientierten Wohnungsunternehmen würde es sehr freuen, wenn ein weiteres Lösen dieser Baubremsen unter die guten Vorsätze bei Politik und Verwaltung für das kommende Jahr fiele“, erklärt der Verbandsdirektor.

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Neue Bayerische Bauordnung ist ein wichtiger Schritt für den Wohnungsbau

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen begrüßt die vom Bayerischen Landtag beschlossene Reform der Bayerischen Bauordnung. Vor allem von der Beschleunigung der Baugenehmigungen erwartet sich der Verband einen Schub für den Wohnungsbau. „Das ist ein wichtiges Signal für die Wohnungswirtschaft. Bisher waren die langen Genehmigungsverfahren eine der größten Baubremsen“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.
Auch der genehmigungsfreie Ausbau von Dachgeschossen könnte in Städten schnell mehr Wohnraum schaffen. Allein die Münchner Wohnungsgenossenschaften hätten ein Ausbaupotenzial von über 1.000 Wohnungen. Sehr positiv werden vom VdW Bayern auch die Möglichkeit einer flexibleren Regelung der kommunalen Stellplatzverordnungen wahrgenommen.
Wohnungswirtschaft fordert weitere Maßnahmen
Aus Sicht der Wohnungswirtschaft werden allerdings einige Herausforderungen nicht angegangen, insbesondere die Entschlackung der Vorschriften bei der Barrierefreiheit, dem Schallschutz und der Wohnraumlüftung. Hier fordert die Branche Nachbesserungen, um die seit Jahren steigenden Baukosten zu stoppen.

Wohnungswirtschaft startet Arbeitgeberkampagne

Am 1. Dezember startet die erste bundesweite Arbeitgeberkampagne der Wohnungswirtschaft. Sie ergänzt die seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Ausbildungskampagne des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und seiner Regionalverbände, zu denen auch der VdW Bayern gehört. VdW Bayern-Verbandsdirektor Hans Maier sagt zum Auftakt: „Der Wohnungsmangel hat in vielen bayerischen Kommunen zu umfangreichen Bauprogrammen geführt. Ebenso rar wie günstige Grundstücke ist qualifiziertes Personal. Mit der Kampagne wollen wir auf die Attraktivität der Wohnungsunternehmen als Arbeitgeber hinweisen.“
Die 491 Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern bieten attraktive, zukunftsorientierte und sichere Arbeitsplätze. Das soll mit der Arbeitgeberkampagne einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Wohnungsgenossenschaften, kommunalen, kirchlichen und freien Wohnungsunternehmen im VdW Bayern beschäftigen rund 7500 Mitarbeiter. „Gerade die sozial orientierte Unternehmensphilosophie ist ein Pluspunkt für unsere Branche. Schließlich stehen die Unternehmen für das bezahlbare Wohnen“, erklärt der Verbandsdirektor. Ein weiterer Vorteil seien die krisensicheren Arbeitsplätze bei den Wohnungsunternehmen. Bisher gibt es laut dem VdW Bayern so gut wie keine Kurzarbeit in der bayerischen Wohnungswirtschaft.
Der Fachkräftemangel hat auch die Wohnungswirtschaft längst erreicht. In einer aktuellen Studie zur Personalentwicklung, die das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) im Auftrag des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungswirtschaft EBZ durchgeführt hat, gaben fast zwei Drittel der befragten Wohnungsunternehmen an, dass es schwierig sei, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.
Die Arbeitgeberkampagne der Wohnungswirtschaft zeigt anhand einzelner Berufe und Berufsbilder die Vorteile einer Beschäftigung in der Wohnungswirtschaft auf. Auf der Kampagnenseite „arbeiten-in-der-wohnungswirtschaft.de“ werden Interessenten angesprochen und erhalten Informationen über die Arbeit in der Branche. Gleichzeitig haben sie dort die Möglichkeit, sich gezielt über offene Stellen zu informieren. Darüber hinaus können sie sich in der neuen Jobbörse der Wohnungswirtschaft registrieren, um gezielt über Stelleninserate von Unternehmen aus der Region benachrichtigt zu werden.
Die Unternehmen der Wohnungswirtschaft können sich auf der sogenannten Unternehmerseite unternehmen.arbeiten-in-der-wohnungswirtschaft.de unter anderem über verschiedene Werbemittel informieren, die sie individuell nutzen können. „Für den Erfolg der Kampagne ist es natürlich wichtig, dass sich möglichst viele Wohnungsunternehmen an der Kampagne beteiligen und die zur Verfügung stehenden Werbemittel, die sie ganz auf das eigene Unternehmen abstimmen können, nutzen“, ergänzt Maier.

Zuwachs bei sozialen Wohnungsunternehmen: Der VdW Bayern bekommt vier neue Mitgliedsunternehmen

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) wächst. In den letzten fünf Jahren hat der Verband 51 neue Wohnungsunternehmen als Mitglieder hinzugewonnen. Bei der Verbandsratssitzung am 18.11.2020 wurden vier neue Mitgliedsunternehmen aufgenommen. Zwei Wohnungsgenossenschaften und zwei kommunale Wohnungsunternehmen. „Aktuell zeigen neben den Genossenschaften vor allem Kommunen und Landkreise Interesse an unserer Gründungsberatung“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier. Der VdW Bayern führt die zahlreichen Neugründungen auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt in vielen bayerischen Städten zurück.

Dabei finden die Neugründungen nicht nur in Großstädten statt. Die jüngsten Verbandsmitglieder kommen aus Bad Wiessee, Hebertshausen, Höchstadt an der Aisch und Murnau. „Der Wohnungsmangel ist inzwischen voll im ländlichen Raum angekommen“, erklärt Maier die Entwicklung.

Die neuen Verbandsmitglieder haben verschiedene Organisationsformen: Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsbaugesellschaften und immer öfter öffentlich-rechtliche Rechtsformen, wie Kommunalunternehmen und Eigenbetriebe. Ihr gemeinsames Ziel ist es, bezahlbare Wohnungen in ihren Kommunen zu bauen. Dabei sieht der VdW Bayern die größten Hürden beim Zugang zu günstigem Bauland und den hohen Baukosten.

Mit den neuen Wohnungsunternehmen hat der VdW Bayern 492 Mitgliedsunternehmen, die rund 540.000 Wohnungen vermieten. Die Durchschnittsmiete liegt bei 6,29 Euro pro Quadratmeter. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, können wir in zwei Jahren das fünfhundertste Wohnungsunternehmen begrüßen“, freut sich der Verbandsdirektor. Ein gutes Signal für den bayerischen Wohnungsmarkt.

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