Engpass beim Wohnungsbau: Kommunen spielen Schlüsselrolle

Wohnungsunternehmen wünschen sich einfachere Verfahren, weniger Hürden und mehr Bauland

München (08.02.2026) – Bezahlbare Wohnungen sind in bayerischen Städten Mangelware. Seit Jahresbeginn stuft der Freistaat 285 Kommunen als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt ein. Die hohen Mieten und die mangelnde Verfügbarkeit von Wohnungen sind ein zentrales Thema bei der Kommunalwahl 2026 am 8. März. Eine Umfrage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen zeigt: Die Wohnungswirtschaft erwartet für 2026 keine Trendwende. Für den Wohnungsbau wünscht sich die Branche weniger kommunale Sonderanforderungen.

Die 506 Mitgliedsunternehmen rechnen auch 2026 nicht mit einer Belebung des Wohnungsbaus. Viele Vorhaben hängen von knappen Wohnraumfördermitteln ab. Umso wichtiger sind passende Rahmenbedingungen in den Kommunen. Die Zusammenarbeit mit den Städten wird unterschiedlich bewertet. 32 Prozent der befragten Wohnungsunternehmen beurteilen sie als gut oder sehr gut. 29 Prozent hingegen empfinden sie als schlecht oder sehr schlecht. „Bezahlbare Wohnungen lassen sich nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf kommunaler Ebene und mit einem Verständnis für die gegenseitigen Belange schaffen“ so Verbandsdirektor Hans Maier.

Was die Wohnungsunternehmen erwarten

Mehr als die Hälfte der Befragten nennt die Reduzierung kommunaler Sonderanforderungen als wichtigste Maßnahme, um Baukosten und Bauzeiten zu senken. Für schnellere Genehmigungen wünschen sich 18 Prozent die Anwendung des „Bau-Turbos“. Auch die konsequente Nutzung bestehender Erleichterungen im Bau- und Planungsrecht wird gefordert.

Mehr Handlungsspielraum bei Grundstücksvergabe gefordert

Eine große Hürde ist auch der Zugang zu Bauland. Deshalb wird die frühzeitige Einbindung der Wohnungsunternehmen bei neuen Bebauungsplänen als stärkstes Instrument der kommunalen Gebäude- und Grundstückspolitik gesehen (25%). An zweiter Stelle folgt die Vergabe nach Konzept statt nach Höchstpreis. Vergünstigte Konditionen oder langfristige Erbpacht kann aus Sicht von 14 Prozent der Befragten dazu beitragen, den Wohnungsbau signifikant anzukurbeln.

„Wir brauchen eine kommunale Baupolitik, die das Machbare in den Mittelpunkt stellt. Bayerns Wohnungswirtschaft steht als verlässlicher, langfristiger Partner der Kommunen bereit“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.

Wohnungsbaugenehmigungen 2025 steigen um 5,1 Prozent

Statement VdW Bayern

(München, 06.02.2026) Die heute veröffentlichten Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen erstmals seit drei Jahren wieder einen Anstieg der Baugenehmigungen. Das ist ein positives Signal, darf aber nicht über die weiterhin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt hinwegtäuschen.

Zwar wurden 2025 wieder mehr Wohnungen genehmigt, das Niveau liegt jedoch deutlich unter den Werten vor 2022. Zudem wird der Anstieg vor allem durch Einfamilienhäuser getragen. Der Zuwachs in Mehrfamilienhäusern ist mit 3,2 Prozent noch ausbaufähig. In den bayerischen Großstädten, wo der Druck am größten ist, gehen die Genehmigungen weiter zurück.

Das entspricht auch dem Trend bei den Mitgliedsunternehmen des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen. Nur ein Drittel der 507 bayerischen Wohnungsunternehmen wird in diesem Jahr Neubauprojekte fertigstellen.

Verbandsdirektor Hans Maier erklärt: „Die steigenden Genehmigungszahlen sind ein erstes Lebenszeichen des Wohnungsbaus, mehr noch nicht. Von einer Entspannung auf den bayerischen Wohnungsmärkten sind wir noch weit entfernt.“ Aus Sicht des VdW Bayern kommt es nun darauf an, dass aus Genehmigungen auch tatsächlich gebaut wird. Insbesondere bezahlbarer Mietwohnraum in den Städten. Dafür braucht es einen konsequenten Abbau von Kostentreibern im Bau.

Bayerns Wohnungswirtschaft auch 2026 unter Druck

Förderunsicherheit gefährdet Bau von tausenden bezahlbarer Wohnungen

München (28.12.2025) – Unsicherheit bei der Wohnraumförderung, zu hohe Baukosten und Bauvorschriften: In vielen Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen im Freistaat wird das neue Jahr nicht sorgenfrei beginnen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen unter seinen Mitgliedern. Die Geschäftslage der sozialorientieren Unternehmen hat sich im ablaufenden Jahr erneut verschlechtert. Das wirkt sich auch auf den Neubau bezahlbarer Wohnungen aus: Nur ein Drittel der 507 bayerischen Wohnungsunternehmen wird im kommenden Jahr Neubauprojekte fertigstellen. 2026 sollen noch etwa 3.350 neue bezahlbare Wohnungen entstehen.

Fördermittel bleiben Unsicherheitsfaktor
Für etwa 2.700 der geplanten Wohnungen möchten die Unternehmen zur Sicherung günstiger Mieten auf Förderung zurückgreifen. Doch aufgrund der überzeichneten Fördermittel ist bei mehr als 2.300 Wohnungen nicht sicher, ob für die Projekte im kommenden Jahr auch Geld zur Verfügung steht. „In der Summe steht damit hinter Förderzusagen von insgesamt 480 Millionen Euro noch ein Fragezeichen“, erklärt Verbandsdirektor Hans Maier. „Wenn die Fördermittel nicht genehmigt werden, bleiben die geplanten Wohnungen auf der Strecke.“.

Investitionsklima ist angespannt
Die Unsicherheit beim Thema Förderung schlägt sich auch in den Investitionsplanungen der Unternehmen nieder. 31 Prozent der bauaktiven Wohnungsunternehmen werden ihre Investitionen in den Wohnungsneubau 2026 reduzieren, nur 27 Prozent planen eine Erhöhung, 42 Prozent halten das Niveau stabil. Hauptgründe für Investitionskürzungen sind die fehlende Verlässlichkeit der Förderung (75 %), unzureichende Förderkonditionen (56 %), gestiegene Finanzierungszinsen (55 %), hohe Baukosten (33 %) und teure Grundstückspreise (29 %). „Angesichts der großen Nachfrage müsste der Neubau bezahlbarer Wohnungen auf Hochtouren laufen, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist das einfach nicht möglich“, fasst Maier zusammen.

Die Folge sei, dass Wohnungsunternehmen sich wieder mehr den Bestandsobjekten zu wenden: 31 Prozent der Unternehmen wollen im kommenden Jahr mehr für Modernisierungen und klimarelevante Sanierungen ausgegeben, nur 19 Prozent planen in diesem Bereich mit Kürzungen.

„Die Antworten unsere Mitglieder machen deutlich, dass eine Trendwende für den bezahlbaren Wohnungsbau in Bayern noch nicht in Sicht ist“, erklärt der Verbandsdirektor.

Branche setzt auf Gebäudetyp-e
Für die Wohnungswirtschaft gibt es aber auch Lichtblicke: Die Branche setzt perspektivisch auf den Gebäudetyp-e als Ausweg auf steigende Baukosten. 41% der befragten Unternehmen geben an, sich bereits mit den Möglichkeiten des neuen Gebäudetyps befasst zu haben und sie nutzen zu wollen. „Der Gebäudetyp-e bietet einen Weg zurück zu einem guten Baustandard, ohne überbordende Baunormen, die Baukosten und Materialverbrauch treiben“, erläutert der Verbandsdirektor. Was für eine schnelle Umsetzung noch fehle, sind die angekündigten rechtlichen Rahmenbedingungen.

Alarmruf der Wohnungswirtschaft: Bezahlbarer Neubau in München vor dem Stillstand

Jungen Genossenschaften fehlt die Perspektive

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in München schlägt Alarm: Wegen massiv gestiegener Baukosten und einer unsicheren Förderung gerät der Neubau bezahlbarer Mietwohnungen zunehmend ins Stocken. Besonders betroffen sind junge Genossenschaften mit ersten Projekten. Zugleich ziehen sich bestandshaltende Wohnungsunternehmen zunehmend aus dem Wohnungsneubau zurück. „Damit laufen wir in Gefahr, zentrale Akteure für dauerhaftes, bezahlbares Wohnen in der Landeshauptstadt zu verlieren“, warnt Ariane Groß, Vorstand der GIMA München eG, einem Zusammenschluss von 38 Münchner Wohnungsunternehmen.

Während größere Bestandshalter sich vom Neubau abwenden und sich auf die Modernisierung ihrer Bestände konzentrieren, kämpfen neu gegründete Genossenschaften ums Überleben. Die Umsetzung geplanter Projekte scheitert oft an fehlender Planungssicherheit. Im schlimmsten Fall müssen sich die jungen Genossenschaften wieder auflösen. „Das ist ein Drama für die Genossenschaften und die Stadtgesellschaft“, sagt Birgit Eckert-Gmell, Vorsitzende der Vereinigung Münchner Wohnungsunternehmen (VMW).

Seit dem Jahr 2015 wurden nach Angaben des VdW Bayern 14 Wohnungsgenossenschaften in München gegründet. Stand heute sind von diesen sechs aufgelöst, drei sind noch ohne konkretes Bauprojekt und fünf Genossenschaften haben es bis zum ersten Projekt geschafft. Die Ursache sind fehlende Grundstücke, die gestiegenen Bauzinsen und eine zuletzt schwierige Situation bei der Wohnraumförderung“ erklärt Verbandsdirektor Hans Maier.
Der Druck auf dem Münchner Wohnungsmarkt ist enorm. Durch die sinkenden Neubauzahlen, drängen immer mehr Wohnungssuchende auf den Mietwohnungsmarkt.
„In München stehen 24.000 Haushalte auf der Warteliste für eine geförderte Wohnung. Die Situation wird sich weiter verschärfen, wenn es uns nicht gelingt, das Ruder herumzureißen und wieder mehr Wohnungen zu bauen“, sagt GIMA-Vorstand Thomas Schimmel.

Ohne Förderung kein Neubau

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist auf eine verlässliche Partnerschaft mit Stadt und Freistaat angewiesen. Jahrzehntelang war die Zusammenarbeit das Fundament für den Bau bezahlbarer Wohnungen. Die unsichere Fördermittelsituation in den Jahren 2024 und 2025, kam für die Genossenschaften überraschend. Ohne bezahlbares Bauland und eine planbare Wohnraumförderung ist der Neubau für viele Genossenschaften in München aufgrund der hohen Baukosten aktuell nicht möglich. „Im Augenblick entschärft sich die Situation bei den Fördermitteln etwas“, sagt Verbandsdirektor Maier. Der Freistaat hat die Mittel im geplanten neuen Haushalt leicht aufgestockt und es gibt eine Sondermilliarde für die Wohnraumförderung. Wichtig sei nun, dass diese Mittel auch bei den Genossenschaften ankommen.

Forderungskatalog an Stadt und Freistaat

GIMA, VMW und VdW Bayern richten einen gemeinsamen Appell an die Landeshauptstadt München und den Freistaat Bayern. „Ziel ist es, die Voraussetzungen für dauerhaft bezahlbares Wohnen zu sichern und den sozialen Frieden in der Stadt zu stärken,“ erläutert VMW-Vorstand Ulrich Brüggerhoff. Die Verbände fordern unter anderem:

  • Zuteilung von Bauland und Fördermitteln an dauerhaft sozial orientierte Bestandshalter
  • Bindungsfristen deutlich über 25 Jahre hinaus
  • Beibehaltung der Subjektförderung mit Belegungsbindung im Rahmen der SoBoN
  • Aufteilungsverbot auch nach Ablauf der Bindefrist
  • Kostenmiete als Maßstab für die Erstvermietung
  • Mieterhöhungen orientiert am Verbraucherpreisindex
  • Priorisierung des bezahlbaren Mietwohnungsbaus bei Planungsverfahren („Fast Lane“)
  • Reduzierung von Standards und technischen Anforderungen auf ein notwendiges Maß (nach Vorbild IFAK-Beschluss)
  • Flexible Bauleitplanung und schlanke Bebauungspläne für serielles Bauen

Die Verbände sind sich einig: Der Bedarf an dauerhaft bezahlbarem Wohnraum wird weiter steigen. Eine leistungsfähige, sozial orientierte Wohnungswirtschaft braucht jetzt politische Rückendeckung, Planungssicherheit und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Doppelhaushalt 2026/2027: Mehr Geld für die Wohnraumförderung

Statement VdW Bayern:

Der Haushaltsplan des Freistaats setzt einen wichtigen und dringend nötigen Impuls für den geförderten Wohnungsbau in Bayern. Wegen der großen Überzeichnung der Wohnraumfördermittel in den Jahren 2024 und 2025 konnten die Mitglieder des VdW Bayern viele Projekte nicht verwirklichen. Durch die Kontinuität bei den Fördermitteln sowie die Sondermittel im geplanten Herbst- und Winterpaket bekommt die Wohnungswirtschaft wieder ein Stück Handlungsspielraum zurück. In Zeiten angespannter Wohnungsmärkte ist das ein dringend nötiger Schritt. Erleichterung erhofft sich die Wohnungswirtschaft auch durch die Vereinfachung der Wohnraumförderbestimmungen. Positiv ist auch die geplante Neuauflage der EH55-Neubauförderung des Bundes mit 800 Mio. Euro. Zusammen sind das gute Nachrichten für den Wohnungsbau in Bayern.

Wohnungsbaugenehmigungen in Bayern: 13,4 Prozent Plus im dritten Quartal 2025

Statement VdW Bayern

(München, 07.11.2025) Von Januar bis September 2025 erteilen die Behörden in Bayern insgesamt 41.237 Baugenehmigungen für Wohnungen. Nach Auskunft des Bayerischen Landesamts für Statistik steigt das Genehmigungsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent beziehungsweise 4.858 Wohnungen. In den Landkreisen erhöhen sich die Wohnungsbaugenehmigungen im Vorjahresvergleich um 16,7 Prozent (+4.007 Genehmigungen), in den kreisfreien Städten um 6,9 Prozent (+851).

Eine Aufgliederung nach Gebäudearten zeigt: Neue Wohngebäude mit genau einer Wohnung, also Einfamilienhäuser, legen um 20,9 Prozent (+1.529) zu. Das Genehmigungsvolumen für Wohnungen in neuen Zweifamilienhäusern sinkt um 11,3 Prozent
(– 294). Die Antragsbewilligungen für Mehrfamilienhäuser steigen um 12,1 Prozent (+ 2.211).

Statement Bayerische Baugenehmigungen für das dritte Quartal 2025
Verbandsdirektor Hans Maier:

Die neuen Zahlen für den bayerischen Wohnungsbau machen Mut. Im letzten Quartal sind auch die Antragsbewilligungen für Mehrfamilienhäuser wieder gestiegen (+12%). Das ist ein positives Signal. Mit dem Bürokratieabbau in Bayern wurden einige wichtige Impulse gesetzt. Besonders die Kommunalisierung der Stellplatzpflicht und die neue Obergrenze für den geförderten Wohnungsbau mit 0,5 Stellplätzen helfen uns. Doch das Bauen bleibt schwierig. Die Wohnungswirtschaft setzt auf eine Reduzierung der Baustandards und geht mit Projekten wie dem Gebäudetyp-e neue Wege. Was wir jetzt noch brauchen, ist eine stabile Wohnraumförderung für bezahlbare Mietwohnungen.

Preisvorteil: Wie sozial orientierte Vermieter den Wohnungsmarkt entlasten und vom Staat gefördert werden sollten

  • Haushalte sparen jährlich 1.900 Euro Mietkosten
  • Wohnungswirtschaft Bayern fordert bessere Rahmenbedingungen für Wohnungsbau
  • Deutscher Mieterbund Landesverband Bayern: Gezielt Fördermittel nur an diejenigen vergeben, die bezahlbare Mieten verlangen

München (16.10.2025) – Die Mitglieder des VdW Bayern vermieten ihre 540.000 Wohnungen deutlich günstiger als der freie Wohnungsmarkt. Das ergibt der Vergleich der Bestandsmieten der Jahresstatistik des VdW Bayern und der Daten der Mikrozensus-Erhebung für den Freistaat. Am freien Wohnungsmarkt bezahlen Mieter eine Durchschnittsmiete von 9,07 Euro pro Quadratmeter. Deutlich preiswerter sind die Mieten der sozial orientierten Wohnungsunternehmen mit 7,23 Euro pro Quadratmeter. Doch es entsteht aktuell viel zu wenig bezahlbarer Mietwohnraum. Der Landesverband Bayern des Deutschen Mieterbundes fordert: Wer preissparend baut und dies in Form von bezahlbaren Mieten an die Bevölkerung weitergibt, sollte staatliche Förderungen erhalten. Eine Bodenreform würde außerdem immer weiter steigende Grundstückskosten einbremsen.

„Die Mieten der bayerischen Wohnungswirtschaft liegen rund 30 Prozent unter den Mietpreisen am freien Wohnungsmarkt“, sagt VdW-Bayern Verbandsdirektor Hans Maier. Dadurch sparen die Mieter der 506 Wohnungsgenossenschaften, kommunalen und kirchlichen Wohnungsunternehmen jährlich im Schnitt 1.903 Euro an Mietkosten.

Auch bei Erst- und Wiedervermietungen sind die Verbandsmitglieder am günstigsten. Die Durchschnittsmiete bei Wiedervermietungen beträgt 9,04 Euro pro Quadratmeter. Neubauwohnungen kosten im Schnitt 11,92 Euro pro Quadratmeter.

Wohnungswirtschaft fordert Verlässlichkeit bei Förderung

„Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen üben ein wichtiges Regulativ auf den angespannten Wohnungsmärkten aus“, betont Maier. Doch die Verbandsmitglieder haben zunehmend Schwierigkeiten, neuen Wohnraum zu bauen. Teure Grundstücke, hohe Baukosten und hohe Anforderungen machen Neubauprojekte ohne staatliche Förderung unrentabel. Deshalb fordert der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen Verlässlichkeit bei der Wohnraumförderung. „Unsere Mitglieder brauchen Planungssicherheit für den Wohnungsbau. Das hilft vor allem den Mieterinnen und Mietern, die bei der Wohnungswirtschaft Bayern sicher, gut und bezahlbar wohnen können“, erklärt der Verbandsdirektor.

Der Landesverband Bayern des Deutschen Mieterbundes fordert: „Staatliche Fördermittel dürfen künftig nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden“, sagt Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert. „Vielmehr müssen gezielt diejenigen gefördert werden, die zu bezahlbaren Preisen vermieten.“ Dies könne erreicht werden, indem günstiger und einfacher gebaut werde und Anforderungen, wenn möglich, gesenkt würden. Außerdem sei eine Bodenreform wichtig, so Schmid-Balzert. „Denn wenn der Grundstückspreis schon extrem hoch ist, besteht kaum eine Möglichkeit, dass am Ende bezahlbare Mieten rauskommen. Wir müssen die Preisspirale nach oben bei den Bodenpreisen stoppen. Grund und Boden ist nicht vermehrbar und sollte deswegen den Zwecken der Allgemeinheit dienen.“

Bezahlbarer Wohnraum braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Wohnungswirtschaft diskutiert in Reit im Winkl über Wege aus der Baukrise

München / Reit im Winkl (14.10.2025) – Die Wohnungswirtschaft steht unter Druck: hohe Baukosten, steigende Zinsen, wachsende Anforderungen an Klimaschutz und Energieeffizienz, zugleich fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Wie dieser Spagat gelingen kann, diskutieren über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Fachtagung „WohWi im Dialog“ des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen vom 13. bis 15. Oktober in Reit im Winkl.

„Die Lage spitzt sich weiter zu“, betonte Verbandsdirektor Hans Maier zum Auftakt der Veranstaltung. Der Bau neuer Wohnungen sei vielerorts nur noch mit Förderung möglich. Doch die Mittel reichten nicht aus. „Wenn wir unseren Versorgungsauftrag ernst nehmen, brauchen wir eine verlässliche Wohnraumförderung, mehr steuerliche Anreize und bezahlbare Grundstücke, statt immer neuer Normen und Auflagen“, sagte Maier. Wer bezahlbar vermieten soll, muss auch bezahlbar bauen können, fordert der Verbandschef.
Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Bayern bieten mit rund 550.000 verwalteten Wohnungen stabile Mieten von durchschnittlich 7,23 Euro pro Quadratmeter – rund ein Drittel unter dem bayerischen Marktdurchschnitt, in München sogar über 60 Prozent niedriger. Doch auch diese Unternehmen geraten zunehmend an ihre Grenzen. Der Neubau geht zurück, zugleich nimmt der Druck im Bestand zu. In München etwa warten aktuell 26.000 Haushalte mit Wohnberechtigungsschein auf eine Wohnung – jährlich werden dort aber von den Mitgliedsunternehmen weniger als 6.000 Wohnungen neu vergeben.

Klare Forderungen an die Politik
Die bayerische Wohnungswirtschaft appelliert an Bund und Freistaat, die Rahmenbedingungen für den bezahlbaren Wohnungsbau grundlegend zu verbessern. Nach Einschätzung des VdW Bayern sind dafür eine Reihe konkreter Maßnahmen notwendig:

Erstens: Es braucht ein Gesetz für den Gebäudetyp-e, das neue Wege für nach wie vor hochwertiges aber gleichzeitig preisgünstigeres Bauen erlaubt, ohne dass Unternehmen umfassenden Haftungsrisiken ausgesetzt sind. Die bestehenden technischen Standards müssen stärker auf Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit geprüft werden.

Zweitens: Die Förderung von Neubau und Bestand muss planbar, dauerhaft und auskömmlich gestaltet werden. Nur wenn Förderprogramme verlässlich sind, können Wohnungsunternehmen langfristig investieren.

Drittens: Die Vergabe öffentlicher Aufträge sollte vereinfacht werden. So ließen sich Projekte schneller und unbürokratischer realisieren.

Viertens: Steuerliche Anreize könnten neues privates Kapital in den Wohnungsbau lenken. Instrumente wie Sonderabschreibungen oder degressive AfA haben sich in der Vergangenheit bewährt und sollten reaktiviert werden.

Fünftens: Die Politik muss die regionalen Unterschiede stärker berücksichtigen. Maßnahmen, die für angespannte Wohnungsmärkte in Metropolen gelten, sind nicht immer auf den ländlichen Raum übertragbar. Wohnungspolitik muss allen Regionen gerecht werden, nicht nur den Großstädten.

An das Bundesbauministerium und an den bayerischen Bauminister Christian Bernreiter appellierte der Verbandsdirektor: “Schaffen Sie den rechtlichen Rahmen dafür, dass wir wieder bezahlbare Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung“ anbieten können.

Fachlicher Austausch – praxisnah und zukunftsorientiert
Das Programm von „WohWi im Dialog“ vereint politische Debatte, fachliche Impulse und konkrete Praxisberichte. Zu den Referenten gehören u. a. Staatsminister Christian Bernreiter, GdW-Präsident Axel Gedaschko, Rechtsanwalt Michael Halstenberg, Prof. Dr. Ursula Münch sowie zahlreiche Praktikerinnen und Praktiker aus der bayerischen Wohnungswirtschaft.

Im Fokus stehen dabei Themen wie:

  • der Umgang mit Baukosten und Fördermitteln,
    die wirtschaftliche Sicherung von Wohnungsunternehmen,
    der Fachkräftemangel,
    der Umgang mit Elementarschäden und IT-Risiken,
    sowie Wege zur Klimaneutralität im Gebäudebestand.

Zahlreiche Wohnungsunternehmen präsentieren ihre Lösungen – von Kooperationen im Neubau über neue Geschäftsmodelle bis hin zu Energieprojekten im Bestand. Ziel ist es, voneinander zu lernen und gemeinsam Wege zu finden, wie trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

Wege aus der Baukrise

Wohnungswirtschaft Bayern überzeugt mit innovativen Projekten – GdW-Herbsttour 2025

Nürnberg (10.10.2025) – Die Baukrise hat die sozial orientierte Wohnungswirtschaft im Griff. Ohne staatliche Fördermittel können derzeit kaum noch Neubauprojekte realisiert werden und die Klimainvestitionen in den Bestand sind sehr teuer. Der Rückgang beim Geschosswohnungsbau wird aus Sicht des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen den Druck auf die angespannten Wohnungsmärkte weiter erhöhen. Hoffnung setzt die Wohnungswirtschaft in den Gebäudetyp-e und das serielle Bauen und Sanieren. Über aktuelle Projekte informierte sich Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Erlangen, Fürth und Ingolstadt.

„Wie können wir wieder Wohnungen bauen, die für unsere Mieter auch bezahlbar sind?“, für Verbandsdirektor Hans Maier ist das die zentrale Herausforderung, vor der die Wohnungswirtschaft steht. Die wichtigsten Stellschrauben für bezahlbares Bauen stehen fest: Eine Senkung der Baukosten, günstiges Bauland und das Streichen von bürokratischen Anforderungen. Doch auf die genannten Maßnahmen haben Wohnungsunternehmen keinen Einfluss. Deshalb gehen die Unternehmen neue Wege, wie den Gebäudetyp-e oder das serielle Bauen und Sanieren.

Wohnen ohne Heizung, Tiefgarage und Keller

Das „Haus (fast) ohne Heizung“ der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt ist eines der Pilotprojekte für den Gebäudetyp-e. Das Gebäude mit seinen 15 geförderten Wohnungen ist so konzipiert, dass es grundsätzliche ohne konventionelle Heizung auskommt. Die massive Gebäudehülle mit hochwärmedämmenden Thermoziegeln, vorgesetzter Holzverschalung sowie mehrfach verglasten Fenstern dient als Wärmespeicher. Dieser speist sich aus der Sonneneinstrahlung und der natürlichen Abwärme der Bewohner. Dadurch soll eine Grundtemperatur von 22 bis 26 Grad garantiert werden. Auch auf eine Tiefgarage und die Unterkellerung das Hauses wird verzichtet. So können Baukosten von rund zehn Prozent gegenüber einem konventionellen Bauprojekt eingespart werden.

Serielle Sanierung als kraftvolles Werkzeug

Ebenfalls ein Pilotprojekt ist die serielle Sanierung von Wohngebäuden der Gewobau Erlangen. Das kommunale Wohnungsunternehmen saniert in Erlangen-Süd und Erlangen-Bruck rund 600 Wohnungen seriell. Der innovative Ansatz setzt auf industrielle Vorfertigung und effiziente Baustellenprozesse. Das serielle Sanieren basiert auf einem einfachen Prinzip: Gebäude werden digital vermessen, anschließend werden Fassaden- und Dachelemente im Werk gefertigt und innerhalb weniger Tage vor Ort montiert. Das reduziert die Bauzeit und ermöglicht eine Sanierung im bewohnten Zustand. Das Fazit des Unternehmens: Die serielle Sanierung ist kein Allheilmittel, aber ein kraftvolles Werkzeug, um den Gebäudebestand auf ein zukunftsfähiges energetisches Niveau zu heben.

Ein Denkmal geht in die Zukunft

Eine große Herausforderung für die Wohnungswirtschaft ist das Erreichen der Klimaneutralität im Bestand. Die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach bringt aktuell ein denkmalgeschütztes Haus aus dem Jahr 1899 auf den Weg in die Zukunft. Es gilt, einen Bogen zwischen der historischen Architektur und dem heutigen Wohnkomfort zu schlagen und dabei die Mieten bezahlbar zu halten. Ohne staatliche Förderung ein Ding der Unmöglichkeit.

Einfaches Bauen ermöglichen und Neubauklima schaffen

Auf Bundesebene mahnt der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW entschlossenes Handeln an. „Wenn einfacheres und schnelleres Bauen wirklich Realität werden soll, um für die vielen Wohnungssuchenden und Menschen in überbelegten Wohnungen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, dann muss dies auch im Mietrecht verankert werden. Ein Abweichen von nicht sicherheitsrelevanten Normen und Vorschriften muss rechtlich abgesichert möglich werden. Außerdem muss die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – analog zu erneuerbaren Energien – als überragendes öffentliches Interesse festgeschrieben werden. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und vor allem: Deutschland braucht dringend wieder ein echtes Neubauklima“, betont GdW-Präsident Axel Gedaschko. Nur mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen, einer Entlastung von überzogenen Standards und einer stringenten, ressortübergreifenden Politik könne die Bau- und Wohnungskrise überwunden werden.

VdW Bayern und die Blome GmbH & Co. KG stärken Partnerschaft

Der Strang- und Badmodernisierungs-Spezialist Blome wird Platinpartner der Wohnungswirtschaft Bayern

München (01.08.2025) – Die Blome GmbH & Co. KG baut ihre bereits seit 2023 bestehende Silber-Partnerschaft mit der Wohnungswirtschaft Bayern aus. Zum 1. August 2025 wird Blome Platinpartner des VdW Bayern. Blome Geschäftsführer Nils Blome und Verbandsdirektor Hans Maier sind sich bei der Vertragsunterzeichnung einig: Unsere Platin-Partnerschaft leben wir künftig noch intensiver. Von der Zusammenarbeit werden die 506 Mitglieder des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen profitieren, ist Verbandsdirektor Hans Maier überzeugt.

„Als bundesweit tätiges Familienunternehmen freuen wir uns besonders, unser Geschäft künftig noch stärker in Bayern auszuweiten. Die Wohnungswirtschaft in Bayern leistet einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag – und es ist uns eine Freude, Teil davon zu sein. Mit unserer effizienten Bad- und Strangmodernisierung im bewohnten Zustand möchten wir diesen Mehrwert aktiv und mit individuellen Lösungen für die Wohnungswirtschaft Bayern mitgestalten.“
Nils Blome, Geschäftsführer der Blome GmbH & Co. KG

„Wir freuen uns sehr, mit der Blome GmbH & Co. KG einen starken Platinpartner mit erlebbarer Praxis für unsere Mitglieder an unserer Seite zu wissen. Denn Blome lädt aktuell zu exklusiven Baustellenbesichtigungen ein und ermöglicht intensive Einblicke in die Praxis. Das ist ein toller Mehrwert für unsere Mitgliedsunternehmen“.
Hans Maier, Verbandsdirektor

Seit über 35 Jahren modernisiert Blome mit über 100 Kunden aus der Wohnungswirtschaft weit über 19.000 Bäder und Stränge mit dem patentierten Blome System im bewohnten Zustand. Interessierte Unternehmen sind eingeladen, eine gelebte Partnerschaft mit innovativen Lösungen für die Wohnungswirtschaft Bayern live mitzuerleben. (Anmeldemöglichkeit unter folgendem Link: https://www.blome.org/baustellentermine/)

Partnerschaften des VdW Bayern
Mit seinem Partnerschafts-Konzept bindet der VdW Bayern seit 2020 Unternehmen in das Verbandsleben ein. Das Konzept beinhaltet Platin-, Gold-, Silber- und Bronzepartnerschaften. In der Kategorie Platin reiht sich die Blome GmbH & Co. KG nun neben die Telekom Deutschland GmbH ein. Insbesondere auf den beiden Hauptveranstaltungen des VdW Bayern, dem Tag der Wohnungswirtschaft Bayern (Verbandstag) sowie der Fachtagung WohWi im Dialog tauschen sich Mitglieder und Partner in einer eigens dafür gestalteten Partner-Lounge aus und diskutieren Lösungen für Herausforderungen rund um die Wohnungswirtschaft.

Bildunterschrift: Verbandsdirektor Hans Maier mit Geschäftsführer Nils Blome und Vertriebsleiter René Trageser (von links).