Pressestatement zum Bayerischen Baugipfel am 10. Februar 2025

VdW Bayern: Lösungen für mehr Wohnungsbau

München (10.02.2025) – Hans Maier vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen nennt drei konkrete Lösungsansätze als Auswege aus der Baukrise. Erste und wichtigste Stellschraube sind die Baukosten. Diese müssen dringend gesenkt werden. Als konkrete Maßnahmen für schnelle Erfolge schlägt der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen Reduzierungen bei den Baustandards, die Vereinfachung des Baurechts und eine bessere Förderung des seriellen und modularen Bauens vor. „Das Bauen muss einfacher, schneller und kostengünstiger werden“, sagt Maier. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der geplante Gebäudetyp E, wie einfach bauen. „Der Gebäudetyp E muss das neue Normal werden“, ergänzt der Verbandsdirektor. Dazu brauche es aber eine praxistaugliche Regelung im BGB.

Zweiter Punkt ist die Stärkung und Verstetigung der Fördermittel für das bezahlbare Wohnen. Die KfW muss wieder ein verlässlicher Partner für den Wohnungsbau werden. Die Verbandsmitglieder können aktuell ohne Fördermittel keine Neubauprojekte durchführen. Für das Bauen ist eine langfristige Planungssicherheit unabdingbar.

Drittens: Die in Bayern dringend benötigten Wohnungen werden nicht nur mit Fördermitteln gebaut werden können. Ohne privates Kapital sind die benötigten Stückzahlen nicht finanzierbar. Deshalb spricht sich der Verband für steuerliche Anreize für den Mietwohnungsbau und den Eigenheimbau aus. Dies würde auch dazu beitragen, die angespannten Mietwohnungsmärkten zu entlasten.

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VdW Bayern: Statement zu den sinkenden Wohnbaugenehmigungen in Bayern

Der Negativtrend bei den Baugenehmigungszahlen setzt sich vor. Die vom Bayerischen Landesamt für Statistik vorgelegten Zahlen für den Freistaat verheißen nichts Gutes für die ohnehin äußerst angespannten Wohnungsmärkte in den bayerischen Städten und Gemeinden. Denn die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen ist schon jetzt groß und wird der Bevölkerungsprognose zufolge noch weiterwachsen.

Die sozial orientierten Mitglieder des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen können wegen der hohen Baukosten nur noch mit Wohnraumfördermittel die nötigen Mietwohnungen errichten. Doch die Fördermittel sind knapp geworden. Erste Bauprojekte müssen bereits abgesagt oder auf Eis gelegt werden.

Angesichts enormer Kosten und knapper Mittel braucht es für einen dauerhaft funktionierenden Wohnungsbau nicht nur mehr Förderung, sondern auch ausreichend bezahlbare Grundstücke, eine Bremse bei den Baukostensteigerungen, steuerliche Anreize und ein Zinsförderprogramm für bezahlbaren Wohnungsbau.

Baugenehmigungen im Sinkflug – Wir müssen die Baukosten in den Griff bekommen

München (07.02.2024) – Der drastische Rückgang bei den Baugenehmigungen entspricht für den Verband bayerischer Wohnungsunternehmen den schlechten Rahmenbedingungen für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. „Wir müssen die Baukosten dringend in den Griff bekommen“, fordert Verbandsdirektor Hans Maier. Die Baukosten seien inzwischen so hoch, dass Neubauprojekte oft nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar sind. Nach zehn starken Jahren mit immer neuen Rekordfertigstellungen beim Wohnungsbau hätten die 503 sozial orientierten Verbandsmitglieder deshalb die Handbremse gezogen. Im Jahr 2024 werden die Wohnungsunternehmen ihre Neubauinvestitionen um 40 Prozent reduzieren. „Dabei brauchen wir in Bayern dringend mehr Wohnungsbau“, sagt Maier. Schließlich wächst der Freistaat nach Angaben der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung 2022 bis 2042 weiter deutlich.

Hintergrund:

Das Bayerisches Landesamt für Statistik hat am 07.02.2024 die Baugenehmigungszahlen für das Jahr 2023 mitgeteilt:
23,4 Prozent weniger Wohnungsbaugenehmigungen in Bayern 2023 gegenüber Vorjahr
Rückgang bei neuen Wohngebäuden um 24,7 Prozent, Rückgang bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden um 11,3 Prozent

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Neue Bayerische Bauordnung ist ein wichtiger Schritt für den Wohnungsbau

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen begrüßt die vom Bayerischen Landtag beschlossene Reform der Bayerischen Bauordnung. Vor allem von der Beschleunigung der Baugenehmigungen erwartet sich der Verband einen Schub für den Wohnungsbau. „Das ist ein wichtiges Signal für die Wohnungswirtschaft. Bisher waren die langen Genehmigungsverfahren eine der größten Baubremsen“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.
Auch der genehmigungsfreie Ausbau von Dachgeschossen könnte in Städten schnell mehr Wohnraum schaffen. Allein die Münchner Wohnungsgenossenschaften hätten ein Ausbaupotenzial von über 1.000 Wohnungen. Sehr positiv werden vom VdW Bayern auch die Möglichkeit einer flexibleren Regelung der kommunalen Stellplatzverordnungen wahrgenommen.
Wohnungswirtschaft fordert weitere Maßnahmen
Aus Sicht der Wohnungswirtschaft werden allerdings einige Herausforderungen nicht angegangen, insbesondere die Entschlackung der Vorschriften bei der Barrierefreiheit, dem Schallschutz und der Wohnraumlüftung. Hier fordert die Branche Nachbesserungen, um die seit Jahren steigenden Baukosten zu stoppen.

Statement: Wohnungswirtschaft Bayern begrüßt Ablehnung des Volksbegehrens #6 Jahre Mietenstopp

München (16.07.2020) – Die bayerische Wohnungswirtschaft zeigt sich erleichtert über die Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, das Volksbegehren #6Jahre Mietenstopp für unzulässig zu erklären. „Der Einsatz für preisgünstiges Wohnen ist wichtig und legitim“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier. Die Mitglieder des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen hätten dasselbe Ziel: Mehr bezahlbare Mietwohnungen für Bayern. „Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir Anreize und kein Bestrafungssystem“, erklärt der Verbandschef. Alles, was den Mietpreis dämpft, werde zu weniger Wohnungsbau führen. Die Folge: Wohnungssuchende hätten es auf dem Wohnungsmarkt künftig noch schwerer und der Druck auf die Kommunen würde weiter steigen.

Die Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern haben ihre Neubau-Investitionen in den letzten fünf Jahren ständig erhöht. Im Jahr 2019 investierten sie 1,3 Mrd. Euro in den Bau von 4.400 Wohnungen. Und trotz der Corona-Pandemie wird auch in diesem Jahr viel gebaut. „Für unsere sozial orientierten Verbandsmitglieder mit einer Durchschnittsmiete von 6,29 Euro pro Quadratmeter muss die Einnahmenseite dauerhaft kalkulierbar sein, wenn sie weiterhin im Neubau aktiv sein wollen“, bekräftigt Maier.

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Statement VdW Bayern zum Flächensparen: Freiwilligkeit statt verordneter Begrenzung

Expertenanhörung im Bayerischen Landtag „Bayerns Landschaft erhalten, nachhaltige Entwicklung aller Landesteile garantieren“

Verbandsdirektor Hans Maier

München (14.05.2020) – Die Wohnsituation in Bayern ist bedenklich. Die Wartelisten für bezahlbare Wohnungen in vielen bayerischen Städten sind lang. In der Landeshauptstadt München warten – Stand Ende Februar 2020 – 24.000 Haushalte auf eine geförderte Wohnung, in Nürnberg 8.288 und in Augsburg 2.100. Der Wunsch nach einem bezahlbaren Zuhause wird immer größer und eine Lösung dieses Mangelproblems ist immer schwieriger zu erfüllen. Ursache für den Wohnungsmangel ist das Bevölkerungswachstum in Bayern. Allein von 2012 bis 2017 sind mehr als 500.000 Menschen zugewandert.

Deshalb müssen sachgerechte Regelungen gefunden werden, damit das Flächensparen nicht zu Lasten des notwendigen Wohnungsneubaus führt.

Die bayerische Wohnungswirtschaft bekennt sich zum nachhaltigen Wohnungsbau. Sie kann dazu auch ihren Beitrag leisten, wenn dazu der erforderliche Rahmen geschaffen wird.

  1. Insbesondere müssen die vorhandenen Flächen durch dichtere Bebauung und mehr Geschossflächen besser ausgenutzt werden. Mehrgeschossiger Wohnungsbau ist zudem energieeffizienter und spart – zum Beispiel gegenüber Eigenheimen – mehr als die Hälfte der Fläche.
  2. Ein wichtiger Ansatz ist die Verbesserung der Innenentwicklung, beispielsweise durch eine Besteuerung brachliegender baureifer Grundstücke, um deren Hortung einzudämmen.
  3. Zudem bedarf es finanzieller Anreizsysteme, um das Bauen im Innenbereich attraktiver zu machen. Die Innenentwicklung müsste preisgünstiger sein als das Bauen im Neubaugebiet. Dies ist Anfang 2020 nicht der Fall. Das Bauen in Neubaugebieten ist deutlich kostengünstiger und erfordert damit deutlich weniger Fördermittel als der geförderte Wohnungsbau in innerstädtischen Verdichtungsräumen. Ein gutes Beispiel zur Förderung der Innenentwicklung ist das derzeit bestehende Kommunale Wohnbauförderprogramm, dass gerade die hohen Baukosten für Maßnahmen im Innenbereich deutlich nivelliert und damit zu erträglichen Wohnkosten führt.

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