Wohnungsgenossenschaften sichern gutes und bezahlbares Wohnen

München (03.07.2025) –Die 352 Wohnungsgenossenschaften im Freistaat sind die perfekte Mietpreisbremse für Bayerns Wohnungsmärkte. Mit ihren 190.000 Wohnungen versorgen sie ihre Mitglieder mit gutem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum. Die Durchschnittsmiete beträgt 6,68 Euro pro Quadratmeter. Zum Tag der Genossenschaften am 5. Juli informiert der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen über diese besondere Rechtsform.

Aktuell gibt es im Freistaat 352 Wohnungsgenossenschaften. Sie bewirtschaften rund 190.000 Wohnungen, darunter mehr als 21.000 geförderte. Die Durchschnittsmiete beträgt 6,68 Euro pro Quadratmeter (Mai 2024), eine natürliche Mietpreisbremse, die flächendeckend in ganz Bayern wirkt. Die geringe Fluktuation spricht für sich: Im Schnitt bleiben Mitglieder 20 Jahre in ihrer Wohnung – deutlich länger als bei anderen Vermietern.

„Genossenschaften sind nicht nur eine Rechtsform, sondern vor allem eine Lebensform. Wohnungsgenossenschaften zeigen seit Jahrzehnten, dass Wohnen mehr ist als ein Dach über dem Kopf. Genossenschaftliches Wohnen steht für ein gutes Wohnumfeld, stabile Nachbarschaften und sozialen Zusammenhalt im Quartier. Die Mitglieder wohnen nicht nur nebeneinander, sie leben auch miteinander“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier. Der Unternehmenszweck ist auf die Förderung ihrer Mitglieder ausgerichtet. Das Ziel einer guten, sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung für die Mitglieder ist in den Satzungen festgelegt. Genossenschaften denken langfristig, investieren nachhaltig und passen sich flexibel an neue Herausforderungen an.

Engagement trotz Gegenwind

Der Druck auf den Neubau wächst allerdings. Wegen gestiegener Zinsen, hoher Baukosten und teurer Grundstücke ist der Neubau nur noch mit Fördermittel möglich. Im Jahr 2024 wurden 1.328 Wohnungen von Genossenschaften errichtet. Insgesamt investierten sie 621 Mio. Euro.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen werden weiterhin neue Genossenschaften gegründet, seit 2014 wurden in Bayern 40 neue Genossenschaften in den Verband aufgenommen. Zuletzt die Karschter Baugenossenschaft Karlstadt eG 2024. „Wohnungsgenossenschaften sind wichtige Akteure am regionalen Wohnungsmarkt“, erklärt Maier. Im Norden in Hof mit der Baugenossenschaft Hof genauso wie im Süden, wo die BSG-Allgäu eG rund 7.000 Wohnungen betreut.

Damit Genossenschaften auch künftig ihren Beitrag leisten können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Die Wohnungswirtschaft setzt auf eine Klimapolitik, die CO₂-Reduktion belohnt, statt pauschal Energieverbräuche zu deckeln. „Mit solchen Impulsen könnten Genossenschaften noch mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen und ihren Beitrag für ein gutes Leben weiter ausbauen“, betont der Verbandsdirektor.

Die Ursprünge der Wohnungsbaugenossenschaften

Die Wurzeln der Wohnungsgenossenschaften reichen zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. In Zeiten rasanter Industrialisierung und wachsender Wohnungsnot schlossen sich Arbeiter, Handwerker und Kleinbürger zusammen, um mit gemeinsamer Kraft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die älteste noch bestehende deutsche Genossenschaft ist die Baugenossenschaft München von 1871 eG.

Das Prinzip: Die Mitglieder erwerben Anteile, werden damit Miteigentümer und sichern sich ein dauerhaftes Wohnrecht zu fairen Bedingungen. Die Idee verbreitete sich schnell, besonders nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, als vielerorts Wohnungsnot herrschte wurden viele Genossenschaften gegründet. Die Geschichte der Wohnungsgenossenschaften ist geprägt von Solidarität, Eigeninitiative und Anpassungsfähigkeit. Diese Eigenschaften tragen sie bis heute.

Internationales Jahr der Genossenschaften und Genossenschaftstag 2025

„Genossenschaften bauen eine bessere Welt.“ Unter diesem Leitsatz steht das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Genossenschaften 2025.

Der Genossenschaftstag findet jeden ersten Samstag im Juli statt und fällt 2025 mit dem Internationalen Jahr der Genossenschaften zusammen.

Seminarhinweis: “Einfache Dokumentation und zeitgemäße Abwicklung von Versicherungsschäden” am 15. Juli

Versicherungen sind ein zentraler Baustein zur Substanzerhaltung für Unternehmen der Wohnungswirtschaft. Schadensfälle – von kleineren Vorfällen bis hin zu größeren Haftpflicht- oder Sachschäden – gehören zum Alltag. Der Schlüssel zu einer effizienten Regulierung und optimalen Nutzung des Versicherungsschutzes liegt in einer schnellen, präzisen Schadensermittlung und -meldung. Sie bildet die Grundlage für eine korrekte und reibungslose Abwicklung.

In diesem Seminar erhalten Sie fundierte Einblicke und praxisorientiertes Wissen zur modernen Schadenbearbeitung – von der systematischen Dokumentation bis zur strukturierten Schadenmeldung. Darüber hinaus lernen Sie branchenspezifische Deckungsinhalte kennen und erfahren, wie Sie diese gezielt auf konkrete Schadensfälle anwenden können.

Die moderne Schadenbearbeitung setzt auf digitale Tools und automatisierte Prozesse, die Ihnen ermöglichen, Schadensmeldungen präzise und zeitnah einzureichen. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen, wie eine ausgelagerte Schadenakte Ihnen hilft, den Überblick über sämtliche Schadensfälle zu bewahren und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit uns effizienter zu gestalten.

Ziel:

Das Seminar zeigt den Teilnehmern, wie sie Schadensfälle in der Wohnungswirtschaft effizient dokumentieren, melden und abwickeln. Sie erfahren, wie Schadenprozesse durch den Einsatz moderner Lösungen und digitaler Tools optimiert werden. Mit gezielter Unterstützung und klarer Struktur behalten Sie den Überblick und reduzieren den Aufwand im Schadenmanagement deutlich.

Veranstaltungshinweis: Serielles Sanieren live erleben: Energiesprong on tour # Oettingen am 22.07.

Im Rahmen der Energiesprong on tour SUMMER EDITION lädt die dena am 22. Juli 2025 zu einer Exkursion nach Oettingen ein. Auf dem Programm stehen folgende Etappen:

Vom Handwerk zum Handwerk 4.0: Erleben Sie im Werk von Taglieber, wie Fassadenelemente für die serielle Sanierung inklusive Dämmung, Fenstern, Lüftung, Leerrohren und gewünschter Oberfläche computergestützt vorgefertigt werden.

  • Vom Werk maßgefertigt an den Bestand: Schauen Sie sich die Montage der vorgefertigten Fassadenelemente auf der Baustelle in Weißenburg an.
  • Vom Projekt ins Netzwerk: Profitieren Sie von den Best Practices und Lessons Learned der beteiligten Akteure und nehmen Sie viele Anregungen für eigene serielle Sanierungsprojekte mit nach Hause.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) entwickelt das Kompetenzzentrum Serielles Sanieren der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) den Markt für serielle Sanierungslösungen in Deutschland. Ein zentraler Teil der Marktentwicklung ist das Exkursionsformat „Energiesprong on tour“. Interessierte aus der Wohnungs- und Bauwirtschaft, aus Architektur- und Planungsbüros sowie aus Politik, Kommunen und Verbänden haben hier die Gelegenheit, serielles Sanieren live mit fliegenden Fassaden und der Montage vor Ort zu erleben, einen Blick hinter die vorgefertigte neue Gebäudehülle zu werfen und die Best Practices & Lessons Learned mit den beteiligten Akteuren zu diskutieren.

Das EBZ-KlimaCamp 2025

Die Nachfrage der letzten Jahre hat die Entscheidung einfach gemacht und das vierte „EBZ – KlimaCamp der Wohnungswirtschaft“ wird vom 11.-14. August 2025 am Campus in Bochum stattfinden.

Die klimapolitischen Ziele für die Wohnungswirtschaft sind weiterhin eine große Herausforderung. Es gilt die politischen, technischen, ökologischen und sozialen Fragen zu klären. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Dazu werden interessierte, engagierte und gut ausgebildete junge Menschen dringend benötigt. Mit dem „EBZ – KlimaCamp“ möchten wir beides zusammenbringen: die Themen und die Menschen. Konkret: Wir möchten junge Menschen einladen, das Spannungsverhältnis von Klimaschutz und bezahlbarem Wohnen zu erleben und mit uns zu diskutieren. Ein abwechslungsreiches Programm aus theoretischem Wissen, praktischen Erfahrung, Exkursionen und das Aufzeigen von Möglichkeiten in der Wohnungswirtschaft warten auf die Teilnehmer*innen am Campus des EBZ in Bochum.

Für Unternehmen

Ihre Azubis sind herzlich willkommen beim EBZ KlimaCamp 2025. Die Kosten für die Teilnahme übernehmen Sie als Unternehmen. Enthalten sind die Unterkunft in unserem vollständig renovierten Hotel, die komplette Verpflegung, die Arbeitsmaterialien, die Workshops sowie die Exkursionen. Einzig die An- und Abfahrt sind nicht inkludiert. Am Ende des EBZ-KlimaCamp gibt es ein Zertifikat und einen Überblick über die Möglichkeiten, die das EBZ nach der Ausbildung bietet.

Eventuell haben Sie in Ihrer Belegschaft Kolleginnen und Kollegen mit Kindern in den Klassen 11 – 13 oder eine Verbindung zu einer weiterführenden Schule, die Interesse haben am EBZ-KlimaCamp teilzunehmen? Wenn dem so ist, haben Sie die Chance diese einzuladen und die Kosten für sie zu übernehmen. Das EBZ KlimaCamp ist eine hervorragende Möglichkeit, in die Wohnungswirtschaft hineinzuschnuppern und vielleicht ist der Schüler von heute Ihre Auszubildende oder Ihr Auszubildender von morgen.

Über den Button können Sie angeben, wie viele Personen Sie für das EBZ KlimaCamp schicken und die Kosten übernehmen möchten. Hiermit sind sowohl Ihre Azubis als auch mögliche Schüler:innen gemeint.

Mietpreisbremse bis 2029 verlängert

Der Bundestag hat die sogenannte Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. Die Mietpreisbremse begrenzt in ausgewiesenen Gebieten den Anstieg der Miete bei der Neuvermietung einer Wohnung. Die Regelung war zuletzt bis zum 31. Dezember 2025 befristet.

Mit der Verlängerung der Mietpreisbremse können die Länder aufgrund entsprechender Verordnungen Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten bis Dezember 2029 ausweisen.

Zwischenzeitlich diskutierte Verschärfungen der Mietpreisbremse oder eine Ausweitung des Anwendungsbereichs für den Neubau wurden nicht beschlossen. Der GdW hatte sich hiergegen unter anderem mit Schreiben an den Chef des Bundeskanzleramtes, Thorsten Frei, Justizministerin Stefanie Hubig, sowie die Mitglieder des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages gewandt.

Die im Koalitionsvertrag verabredete Mietrechtskommission soll in Kürze offiziell eingesetzt werden. Wir werden Sie hierüber informieren.

„Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten“

Die sogenannte Mietpreisbremse ist in Paragraf 556d des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt. Sie erlaubt es den Landesregierungen, „Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten“ per Rechtsverordnung auszuweisen. Als angespannt gilt ein Wohnungsmarkt demnach, wenn die ausreichende Versorgung der Bevölkerung „zu angemessenen Bedingungen besonders gefährdet ist“. Dies ist laut Norm etwa der Fall, wenn die Miete in dem betroffenen Gebiet deutlich stärker steigt als im bundesweiten Durchschnitt oder die durchschnittliche Mietbelastung der Haushalte den bundesweiten Durchschnitt deutlich übersteigt.

In diesen Gebieten darf die Miete bei einer Neuvermietung zu Beginn laut Gesetz höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Abweichungen von dieser Regelung greifen etwa nach einer umfassenden Modernisierung oder wenn die bisherige Miete bereits über der nach der Mietpreisbremse zulässigen Höhe lag. Gänzlich ausgenommen von der Regelung sind Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden.

Wohnungswirtschaft zum Bundestagsbeschluss zur Verlängerung der Mietpreisbremse

„Bremsen, wenn eigentlich der sogenannte Bau-Turbo gezündet werden soll, ist das falsche Signal. Dennoch ist zu begrüßen, dass sich die Koalition an ihre Zusagen aus dem Koalitionsvertrag hält und eine Ausweitung der Mietpreisbremse auf Neubauten mit Baujahr bis 2019 vom Tisch ist. Dabei muss es auch bleiben. Eine Ausdehnung auf jüngere Neubauten hätte den ohnehin unter massiven Druck geratenen Wohnungsneubau weiter massiv ausgebremst.

Fest steht: Wer die Wohnungsbaukrise wirklich bewältigen will, muss die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum genauso ernst nehmen wie die Energiewende. Der Bau bezahlbarer Wohnungen muss als überragendes öffentliches Interesse anerkannt und auf die Schnellspur gebracht werden. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen vereinfacht, überflüssige Hürden abgebaut und Investitionen gezielt gefördert werden. Was jetzt zählt, ist ein echter Bau-Turbo – und kein Dauerbremsmanöver, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Neue Wege für bezahlbares Wohnen: Das sind die Gewinner des DW-Zukunftspreises 2025

„Anders Bauen für bezahlbares Wohnen: Innovativ, einfach, experimentell“ – unter diesem Motto haben Wohnungs- und Immobilienunternehmen aus ganz Deutschland ihre visionären Ideen eingereicht. Nun stehen die Gewinner des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft 2025 fest. Im Rahmen des WohnZukunftsTags in Berlin wurden am 25. Juni vier Neubauprojekte ausgezeichnet.

Der Juryvorsitzende Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Radermacher freute sich über das große Interesse an der Ausschreibung. Es seien interessante, oft innovative Anregungen in einem insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gegeben worden. Das sind die diesjährigen Preisträger:

Duplexhäuser für das Quartier „Haferblöcken“

Das Gemeinschaftsprojekt der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG, der HANSA Baugenossenschaft und der Dornieden Gruppe entstand am Öjendorfer See in Hamburg. Dort wurden in sehr kurzer Bauzeit von knapp einem Jahr 45 sogenannte Duplex-Reihenhäuser bis zum Sommer 2024 errichtet. Die Duplex-Variante ist so konzipiert, dass das Haus mit zwei Wohnungen bei Bedarf sehr einfach zum Reihenhaus umgewandelt werden kann und umgekehrt. Das Projekt wurde seriell geplant und umgesetzt. Durch die einfache serielle Bauweise konnten die Bauzeiten und auch die Baukosten reduziert sowie Mängel minimiert werden. Entsprechend sind auch die Mieten auf einem niedrigen Niveau. Durch die flexiblen Grundrisse ergeben sich vielfältige Nutzungs- und Umnutzungsmöglichkeiten. Dadurch ist auch beim Generationenwechsel ein flexibles Wohnen möglich. Aufwand und Nutzen stehen entsprechend in einem sehr guten Verhältnis, weshalb die häufig gewünschte Skalierbarkeit, also die Übertragbarkeit der Planung, Ausführung und Nutzung auf andere Projekte sehr gut möglich ist, so das Urteil der Jury.

Mitarbeiterwohnen für Beschäftigte des Universitätsklinikums Heidelberg

Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg errichtete innerhalb von nur 14 Monaten bis zum Mai 2025 99 Wohnungen in fünf Gebäuden für Mitarbeitende des Uniklinikums mit unteren und mittleren Einkommen. Das Quartier befindet sich in guter Lage am Neckar, in unmittelbarer Nähe des Klinikums auf der anderen Flussseite. Durch eine Fußgängerbrücke und die Nähe wird eine gute Verbindung zwischen Wohnen und Arbeiten hergestellt. Es handelt sich um kompakte und standardisierte Gebäude und Wohnungen. Trotz der typisierten Grundrisse können die Wohnungen offen und flexibel von unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Anforderungen an die Wohnumgebung genutzt werden, lobte die Jury. Das Mitarbeiterwohnen ist wichtig, um die Fachkräftesicherung zu gewährleisten. Durch die nachhaltige modulare Holzhybridbauweise sowie den Einbau von standardisierten Nasszellen-Modulen konnte eine vergleichbar kurze und effiziente Realisierung umgesetzt werden. Trotz relativ hoher Baukosten wurden die Mieten als pauschale Standardkaltmieten niedrig angesetzt. Aufgrund der Typisierung des Bauens ist auch dieses Konzept skalierbar, also auf andere Projekte übertragbar.

Wohnen in den Fehrle-Gärten

Die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG hat in Schwäbisch Gmünd ein neues Quartier errichtet, welches laut Jury nicht nur bauliche, sondern auch soziale und nutzungsspezifische sowie nachhaltige Sonderkomponenten enthält. Das Ziel der Genossenschaft war, bezahlbare Mietwohnungen für alle Generationen und Lebenssituationen in einem zukunftsfähigen, autofreien Quartier mit qualitätvollen Freianlagen – inklusive Sonderwohnformen und Dienstleistungsangeboten – zu schaffen und sie hat dieses Ziel nach knapp drei Jahren Bauzeit im Sommer 2024 erreicht. Das Quartiersprojekt mit 147 Wohnungen und diversen Sondernutzungsflächen enthält sehr differenzierte Architektur-, Bau- und Nutzungstypologien sowie großzügige Freianlagen, so dass Menschen aus vielen Bevölkerungsschichten partnerschaftlich zusammenwohnen und -leben können. Trotz Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und den daraus folgenden Krisen konnte das Projekt in relativ kompakter Bauzeit umgesetzt werden. Dem dienten auch die hohen Vorfertigungsgrade von Holzbau- und Technikmodulen. Obwohl es ein umfassendes Quartiersprojekt ist, waren die Baukosten relativ günstig. Die daraus folgenden Mieten sind bezahlbar.

Sonderpreis für Quartier in nachhaltiger serieller Holzbauweise: „Mannheim 1“

Das serielle/modulare Holzbau-Unternehmen NOKERA Construction GmbH errichtete für die GBG Unternehmensgruppe GmbH im Nordosten Mannheims auf einer Konversionsfläche ein Neubau-Wohnquartier mit 167 Wohneinheiten. Das Projekt wurde im Herbst 2024 fertiggestellt, nach einer Bauzeit von nur 17 Monaten. Das Quartier entstand in nachhaltiger serieller Holzbauweise mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad im KfW 40 QNG-Standard. Sowohl die Gebäude als auch die Wohnungen wurden kompakt, aber laut Jury auch sehr innovativ gestaltet. Die Herstellungskosten des Quartiers konnten durch digitale Prozesse, serielle Vorfertigung sowie die Optimierung der Förderfähigkeit deutlich im Vergleich zum marktüblichen Niveau reduziert werden. Zudem hat das Projekt auch einen sozialen Charakter, da nahezu alle Wohnungen gefördert wurden. Entsprechend sind auch die Mieten niedrig und bezahlbar. Aufgrund der Standardisierung beziehungsweise Typisierung ist auch dieses Projekt als skalierbar einzuordnen.

Fazit: Echte Blaupausen für die Zukunft – „anders bauen“ ist möglich

Anders bauen für bezahlbares Wohnen – innovativ, einfach, experimentell: Dieses Motto treffe angesichts der Wohnbaukrise den Nerv der Zeit, lobte GdW-Präsident und Schirmherr des Preises Axel Gedaschko. Die ausgezeichneten Projekte würden eindrucksvoll zeigen, dass „anders bauen“ möglich ist: „Sie verbinden Kreativität mit Pragmatismus, denken Bestehendes weiter, hinterfragen Konventionen und gehen mutig neue Wege. Genau diese Innovationskraft brauchen wir, wenn wir die Wohnraumversorgung sozial gerecht, ökologisch tragfähig und wirtschaftlich machbar gestalten wollen“, so Gedaschko. Besonders beeindruckend sei die Qualität der Einreichungen, die eines deutlich mache: „Wenn Mut zum Experimentieren mit dem klaren Ziel sozialverträglichen Bauens zusammenkommt, entstehen echte Blaupausen für die Zukunft“. Die prämierten Projekte zeigten, dass Bauen schneller, günstiger und zugleich qualitätsvoll sein kann, wenn der Wille da sei, gewohnte Strukturen aufzubrechen. Dafür brauche es aber nicht nur gute Ideen, sondern auch einen politischen Rahmen, der Innovation ermöglicht statt hemmt, fordert der GdW-Präsident.

Carsten Wiese, Mitglied der Geschäftsleitung Aareon Deutschland GmbH: „Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Umso wichtiger ist es, dass es bezahlbar bleibt. Das diesjährige Motto hat einen gesellschaftlichen Nerv getroffen und die innovativen Siegerprojekte setzen einen wichtigen Benchmark in der Branche. Zudem freue ich mich, dass der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft, den Aareon seit den Anfängen in 2004 als Partner präsentiert, dieses Jahr erstmalig anlässlich des GdW-WohnZukunftsTags verliehen wurde. Damit haben wir die Sichtbarkeit dieser bedeutenden Auszeichnung gemeinschaftlich noch weiter erhöht, denn DW-Zukunftspreis und WohnZukunftsTag passen ideal zusammen.“

Dank an Jury-Vorsitzenden für langjähriges Engagement

Nach über einem Jahrzehnt endet in diesem Jahr die Tätigkeit von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz-Josef Radermacher als Jury-Vorsitzender des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft. Mit seiner Expertise und seinem Einsatz hat er die Auszeichnung über viele Jahre hinweg geprägt und zahlreiche innovative Projekte begleitet. „Die in den Einreichungen und in den siegreichen Arbeiten deutlich werdende Innovationsfähigkeit bei Unternehmen der Immobilienwirtschaft ist beeindruckend. Es war eine große Freude, gute Ideen zu verstehen und auszuzeichnen und dabei mit einer großartigen, kompetenten und engagierten Jury, und gut betreut durch die Veranstalter, zusammenarbeiten zu können“, betonte Radermacher, der unter anderem Mitglied im Club of Rome ist.

DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft: Innovative Plattform für die gesamte Branche

Das Fachmagazin „DW Die Wohnungswirtschaft“ richtet jährlich den DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft aus, um – mit wechselndem Schwerpunkt – herausragende Beispiele aus der Praxis der Wohnungswirtschaft zu ehren. Präsentiert wird der renommierte Branchenpreis von Aareon. Die Schirmherrschaft liegt in den Händen von Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Die technische und organisatorische Betreuung übernimmt der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. Unterstützt wird der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft außerdem vom BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. Die Jury des DW-Zukunftspreises der Immobilienwirtschaft setzt sich aus namhaften Vertretern der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zusammen.

Externe Veranstaltung: “Let the sun shine“, ein Gemeinschaftsprojekt von GdW und eco2nomy

Photovoltaik steht bei vielen Wohnungsunternehmen weit oben auf der Managementagenda.
Die Herausforderung: Der Markt ist unübersichtlich. Es existieren unterschiedlichste Geschäftsmodelle, Anbieter und Angebote mit teils erheblichen Unterschieden in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Umsetzungskomplexität.

Unsere Antwort: „Let the sun shine“, ein Gemeinschaftsprojekt von GdW und eco2nomy. Gemeinsam mit interessierten Wohnungsunternehmen schaffen wir eine fundierte Grundlage für erfolgreiche PV-Strategien. Dazu gehören unternehmensübergreifende Marktaufklärung, Strategieerarbeitung und Beschaffungsoptimierung für Photovoltaik, Mieterstrom, Wärmepumpenstrom und energiewirtschaftliche Optimierung. Mehr zu unserem Projekt „Let the sun shine“ haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Sie möchten mehr erfahren? Dann laden wir Sie herzlich ein zu einer von zwei Videokonferenzen:

  • Freitag, 11. Juli 2025, von 10:00 bis 11:00 Uhr
  • Mittwoch, 16. Juli 2025, von 10:00 bis 11:00 Uhr

Zur Anmeldung genügt eine formlose E-Mail an m.handschuh@eco2nomy.de mit Nennung Ihres Wunschtermins.

DIW-Konjunkturbarometer Juni: Anzeichen für Erholung der deutschen Wirtschaft verdichten sich

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) steigt im Juni auf 94,2 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit gut zwei Jahren. Nachdem es im April, vermutlich angesichts der Zollandrohungen aus den USA, noch einen deutlichen Rücksetzer gab, geht es damit den zweiten Monat in Folge stark nach oben. Die neutrale 100-Punkte-Marke des Barometers, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt, rückt in Sichtweite. „Die Zeichen für die deutsche Konjunktur stehen auf Erholung“, sagt DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. „Zwar ist die wirtschaftliche Lage aktuell noch angespannt – vor allem die außen- und handelspolitischen Verwerfungen angesichts der unsicheren US-Zölle auf EU-Einfuhren belasten die deutschen Unternehmen und Haushalte weiterhin. Gleichzeitig hellen sich die Erwartungen für die nähere Zukunft aber zunehmend auf, insbesondere angesichts des umfangreichen Fiskalpakets der neuen Bundesregierung.“ Stützend wirken auch die schrittweisen Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und die niedrigere Inflation. Ein geopolitisches Risiko ergibt sich aus den jüngsten Eskalationen im Nahen Osten und den damit einhergehenden schwankenden Rohölpreisen – diese könnten die deutsche ebenso wie die globale Konjunktur erneut dämpfen.

In der deutschen Industrie geht es aufwärts – allerdings langsam. Auftragseingänge und -bestand sind zuletzt deutlich gestiegen; dies spiegelt sich auch in den Erwartungen der Industrieunternehmen wider. Seit Jahresbeginn haben sich die Geschäftsaussichten – beispielsweise in Form des Einkaufsmanagerindex – fast durchgehend verbessert. Noch zeigt sich dies aber nicht in der Produktion – sie stagnierte zuletzt noch. So hat sich auch die Einschätzung der Geschäftslage laut ifo-Konjunkturumfragen im Juni wieder etwas eingetrübt. „Die deutsche Industrie kommt nur allmählich aus dem Tief der vergangenen Jahre“, sagt Laura Pagenhardt, DIW-Konjunkturexpertin. „Wie schnell und erfolgreich die Erholung ausfallen wird, dürfte maßgeblich von der Ausgestaltung des Fiskalpakets abhängen und davon, wie effizient die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten nutzen und ausbauen.“

Bei den Dienstleistungen sind die Geschäftserwartungen ebenfalls gestiegen, auch die Lageeinschätzung ist dort im Juni etwas positiver. Vor allem die konsumnahen Dienstleistungsunternehmen blicken zuversichtlicher in die Zukunft. Aber auch die Stimmung im unternehmensnahen Bereich, die zuvor noch verhalten war, hat sich etwas verbessert. Die stabile Inflation und das konstante Lohnwachstum stabilisieren den privaten Verbrauch. So hat sich auch das GfK-Konsumklima am aktuellen Rand aufgehellt – besonders die wirtschaftlichen Aussichten stimmen die Konsument*innen positiver.

„Nach Jahren der Stagnation verdichten sich die Anzeichen auf eine allmähliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage“, resümiert Konjunkturexperte Guido Baldi. „Kräftige Impulse aus der Finanzpolitik und stabilere innenpolitische Verhältnisse tragen dazu bei. Eine Stärkung der Binnennachfrage ist wichtig, denn die Weltwirtschaft schwächelt und die geopolitische Lage ist weiterhin besorgniserregend.“

Baupreise für den Neubau von Wohngebäuden in Bayern steigen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent

Wie die Expertinnen und Experten für die Bauleistungspreise im Bayerischen Landesamt für Statistik mitteilen, liegt der Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2025 2,7 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Damit steigen die Baupreise zwischen dem letzten Erhebungsmonat Februar 2025 und Mai 2025 um 0,8 Prozent. Für Rohbauarbeiten ermitteln die Statistikerinnen und Statistiker 2,5 Prozent höhere Preise als noch im Vorjahresmonat. Bei den Ausbauarbeiten verzeichnen sie einen Preisanstieg von 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich.

Preisentwicklung beim Wohnbau

Im Jahresvergleich sind im Mai 2025 die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Bayern um durchschnittlich 2,7 Prozent gestiegen. Im Februar 2025 hatte die Preissteigerungsrate binnen Jahresfrist noch 2,3 Prozent betragen. Auch im Vergleich zum vorhergehenden Erhebungsmonat Februar 2025 steigen die Baupreise vergleichsweise deutlich um 0,8 Prozent.

Im Bereich der Rohbauarbeiten erhöhen sich die Preise im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 2,5 Prozent. Den stärksten Anstieg beobachten die Expertinnen und Experten des Bayerischen Landesamts für Statistik bei Dachdeckungsarbeiten in Höhe von 4,6 Prozent. Bei den Abdichtungsarbeiten wird mit 0,6 Prozent der geringste Preisanstieg verzeichnet.

Bei den Ausbauarbeiten liegen die Preise im Februar 2025 2,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die höchste Preissteigerung von 6,7 Prozent gibt es bei den Verglasungsarbeiten. Ein deutlicher Preisrückgang ist erneut bei den Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Förderanlagen (- 1,5 Prozent) sowie bei den Betonwerksteinarbeiten (-2,0 Prozent) zu beobachten.

Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2025: +3,8 % zum Vorjahresquartal

Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 1. Quartal 2025 um durchschnittlich 3,8 % gegenüber dem 1. Quartal 2024 gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Preise um 1,4 %. Damit stiegen die Wohnimmobilienpreise bereits zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal, nachdem sie zuvor seit dem 4. Quartal 2022 durchgängig gesunken waren. Im Jahresdurchschnitt 2024 lagen die Preise für Wohnimmobilien 2024 insgesamt noch um 1,5 % niedriger als im Jahresdurchschnitt 2023.

Preisanstiege in den meisten Regionen

In den meisten Gegenden Deutschlands stiegen die Immobilienpreise im 1. Quartal 2025 sowohl gegenüber dem Vorjahres- als auch gegenüber dem Vorquartal:

Eigentumswohnungen kosteten in den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) 3,8 % mehr als im Vorjahresquartal (+2,4 % zum Vorquartal). In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7-Metropolen verteuerten sich Wohnungen um durchschnittlich 6,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal (+2,9 % zum Vorquartal). Auch in dichter besiedelten ländlichen Kreisen zahlten Käuferinnen und Käufer von Eigentumswohnungen 4,1 % mehr als im Vorjahresquartal (+0,3 % zum Vorquartal). Allein in dünn besiedelten ländlichen Kreisen gaben die Wohnungspreise um 0,8 % gegenüber dem 1. Quartal 2024 nach (-1,4 % zum 4. Quartal 2024).

Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich ebenfalls in den meisten Regionen: In kreisfreien Großstädten außerhalb der sieben größten Städte stiegen die Preise um 3,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal (+1,8 % zum Vorquartal). In dünn besiedelten ländlichen Kreisen erhöhten sich die Preise im Durchschnitt um 2,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal (+2,2 % zum Vorquartal).