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Recht

Das neue Gebäudeenergiegesetz – Verpflichtende Vorgaben für Eigentümer, Bauherren und Planer

Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz, das in 2020 kommen soll, werden die bislang noch parallel laufenden Energieeinsparregelungen des EEG (Energieeinsparungsgesetz), des EEWärmeG (Erneuerbare- Energien-Wärmegesetz) und der EnEV (Energieeinsparverordnung) zusammengeführt. Erklärtes Ziel ist hierbei eine Entbürokratisierung und Vereinfachung des Energiesparrechts für Gebäude. Für neue Gebäude gibt es künftig ein einheitliches Anforderungsprofil, wobei die ordnungsrechtlichen Vorgaben des Gesetzes weiterhin dem Ansatz folgen, den Primärenergiebedarf von Gebäuden niedrig zu halten.

Für Neubauten wird das Anforderungsniveau für den maximal zulässigen Jahresprimärenergiebedarf sowie für die energetische Qualität der Gebäudehülle gegenüber dem bisherigen Niveau zwar nicht verschärft. Dennoch gibt es einige methodische Veränderungen bei den Nachweisverfahren. Für nicht gekühlte Wohngebäude wird unter definierten Randbedingungen ein neues vereinfachtes Nachweisverfahren eingeführt. Die Primärenergiefaktoren für die Energieträger werden zukünftig direkt in der Verordnung verankert bzw. in amtlichen Bekanntmachungen veröffentlicht. Bei Neubauten kann die im Wesentlichen aus dem EEWärmeG übernommene solare Nutzungspflicht auch über gebäudenah erzeugten regenerativen Strom erfüllt werden. Die Anforderungen können unter Auflagen zukünftig auch über gebäudefern erzeugtes Biomethan oder besonders energieeffiziente Wärmeerzeugungsanlagen, die weniger effiziente Anlagen in Bestandsgebäuden ersetzen, erreicht werden. Zukünftig können auch innovative bzw. effiziente Quartierskonzepte berücksichtigt werden. Die Anforderungen im Gebäudebestand bleiben im Wesentlichen unverändert. Ölheizungen dürfen ab 2026 allerdings nicht mehr bzw. nur mehr eingebaut werden, wenn gleichzeitig auch erneuerbare Energien genutzt werden. Die Austauschpflicht für mindestens 30 Jahre alte Öl- und Gaskessel bleibt bestehen.

Adressat für die Einhaltung der Vorgaben des Gesetzes sind im Rahmen ihres jeweiligen Wirkungskreises neben dem Eigentümer / Bauherrn all die Personen, die in dessen Auftrag bei der Errichtung oder Änderung von Gebäuden oder der Anlagentechnik in Gebäuden tätig werden. Vornehmlich angesprochen sind vor allem Architekten und Ingenieure, aber auch Bauträger und Bauausführende. Verstöße gegen die Vorgaben des Gesetzes können mit Bußgeld geahndet werden.

Inhalte:

  • Zusammenführung von EEWärmeG, EEG und EnEV
  • Inkrafttreten
  • Überblick: Änderungen und Ergänzungen zu den bisher geltenden Vorgaben
  • Berechnungsgrundlagen und –verfahren
  • Anforderungen an bestehende Gebäude
  • Anforderungen an zu errichtende Gebäude
  • Zu beachtende Vorgaben bei Instandsetzungsmaßnahmen
  • Fördermöglichkeiten
  • Energieausweise
  • Verpflichtete zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben
  • Sanktionen und deren Adressaten
  • Erfolgshaftung bauausführender Unternehmen
  • Mängelhaftung von Planern und Sonderfachleuten
Online-Anmeldung
Datum: 22.09.2020 Uhrzeit: 10:00 - 17:00 Ort: Nürnberg Tagungsort Details: Nürnberg: Arvena Park Hotel am Franken-Center, Görlitzer Straße 51 Referent: RA Helmut Aschenbrenner, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, München; Dipl.-Physiker Hans Strobel, Strobel Energiesysteme, Augsburg Teilnehmeranzahl: mindestens 12 / höchstens 30 Zielgruppe: Architekten, Ingenieure, Bauträger, Verantwortliche für den Betrieb von Gebäuden, Wohnungseigentumsverwalter, Geschäftsführer und technische Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen, Energieberater Gebühren: 330,00 € für VdW-Mitglieder / 420,00 € für Nichtmitglieder sowie jeweils pro Tag eine Verpflegungspauschale von 20,00 € netto zzgl. USt. Seminarnummer: 5.00720.1 Anmeldeschluss: 14.09.2020
Ihre Anmeldebestätigung erhalten Sie erst nach Anmeldeschluss.