Wohnraummangel verschärft sich: Mehr Wohnungssuchende, weniger Neubau

Die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen in Bayern steigt weiter. Gleichzeitig kommt der Wohnungsneubau nicht in Gang. Das zeigt eine aktuelle Mitgliederbefragung des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) unter 127 Wohnungsunternehmen mit rund 263.000 Wohnungen. Zwei Drittel der Unternehmen berichten von wachsenden Wartelisten. Insgesamt warten bei den Umfrageteilnehmern mittlerweile mehr als 68.000 Haushalte auf eine passende Wohnung. Gleichzeitig stellen 61 Prozent der Unternehmen geplante Neubauvorhaben wegen der Unsicherheit bei der Wohnraumförderung zurück oder verfolgen sie nur noch mit geringerer Priorität.

Fördermittel decken den Bedarf nicht

Im Jahr 2025 konnten bayernweit aufgrund fehlender Fördermittel Projektanträge für den Bau neuer geförderter Wohnungen in Höhe von 600 Millionen nicht bewilligt werden. Auch 2026 wird die Wohnbauförderung nicht ausreichen.
Die aktuelle Befragung zeigt, dass die Nachfrage nach Fördermitteln deutlich höher ist als die offiziellen Antragszahlen vermuten lassen. 28 Unternehmen verzichteten auf geplante Förderanträge oder verschoben sie wegen der deutlichen Überzeichnung der Fördermittel. Betroffen sind rund 1.200 Wohnungen mit einem Fördervolumen von 236 Millionen Euro. Insgesamt wurden seit 2024 durch die antwortenden Wohnungsunternehmen Fördermittel in Höhe von rund 1,04 Milliarden Euro beantragt, bislang aber lediglich 37 Prozent bewilligt.

Planbare Förderung als Schlüssel für mehr bezahlbare Wohnungen

„Bezahlbarer Wohnungsbau braucht vor allem Verlässlichkeit. Unsere Mitgliedsunternehmen investieren und halten die Wohnungen langfristig; sie übernehmen Verantwortung für die Wohnraumversorgung. Dafür brauchen sie eine Wohnraumförderung, die planbar ist und auf die sie sich verlassen können“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.

Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich: Fördermittel allein werden nicht ausreichen, um den bezahlbaren Wohnungsneubau in Bayern anzukurbeln. Lange Bearbeitungszeiten der Anträge, unklare Entscheidungswege und Prioritäten und viel zu hohe Baukosten infolge von Vorschriften bremsen den Bau neuer bezahlbarer Wohnungen.

Neuausrichtung der bayerischen Wohnraumförderung

Die am 22. Juli vorgestellte Neuausrichtung der bayerischen Wohnraumförderung bewertet der VdW Bayern als wichtiges Signal für den bezahlbaren Wohnungsbau. Positiv sind insbesondere der Abbau technischer Vorgaben, mehr Flexibilität bei der Barrierefreiheit sowie die Öffnung des Kommunalen Wohnraumförderungsprogramms für kommunale Wohnungsunternehmen.

Aus Sicht der Wohnungswirtschaft besteht jedoch noch Nachbesserungsbedarf. Der Verband fordert Wahlmöglichkeiten für längere Sozialbindungen, die Beibehaltung eines Förderbausteins für einfaches Bauen sowie einen höheren Basiszuschuss für Neubauprojekte.