Bayerns Wohnungswirtschaft auch 2026 unter Druck

Förderunsicherheit gefährdet Bau von tausenden bezahlbarer Wohnungen

München (28.12.2025) – Unsicherheit bei der Wohnraumförderung, zu hohe Baukosten und Bauvorschriften: In vielen Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsunternehmen im Freistaat wird das neue Jahr nicht sorgenfrei beginnen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen unter seinen Mitgliedern. Die Geschäftslage der sozialorientieren Unternehmen hat sich im ablaufenden Jahr erneut verschlechtert. Das wirkt sich auch auf den Neubau bezahlbarer Wohnungen aus: Nur ein Drittel der 507 bayerischen Wohnungsunternehmen wird im kommenden Jahr Neubauprojekte fertigstellen. 2026 sollen noch etwa 3.350 neue bezahlbare Wohnungen entstehen.

Fördermittel bleiben Unsicherheitsfaktor
Für etwa 2.700 der geplanten Wohnungen möchten die Unternehmen zur Sicherung günstiger Mieten auf Förderung zurückgreifen. Doch aufgrund der überzeichneten Fördermittel ist bei mehr als 2.300 Wohnungen nicht sicher, ob für die Projekte im kommenden Jahr auch Geld zur Verfügung steht. „In der Summe steht damit hinter Förderzusagen von insgesamt 480 Millionen Euro noch ein Fragezeichen“, erklärt Verbandsdirektor Hans Maier. „Wenn die Fördermittel nicht genehmigt werden, bleiben die geplanten Wohnungen auf der Strecke.“.

Investitionsklima ist angespannt
Die Unsicherheit beim Thema Förderung schlägt sich auch in den Investitionsplanungen der Unternehmen nieder. 31 Prozent der bauaktiven Wohnungsunternehmen werden ihre Investitionen in den Wohnungsneubau 2026 reduzieren, nur 27 Prozent planen eine Erhöhung, 42 Prozent halten das Niveau stabil. Hauptgründe für Investitionskürzungen sind die fehlende Verlässlichkeit der Förderung (75 %), unzureichende Förderkonditionen (56 %), gestiegene Finanzierungszinsen (55 %), hohe Baukosten (33 %) und teure Grundstückspreise (29 %). „Angesichts der großen Nachfrage müsste der Neubau bezahlbarer Wohnungen auf Hochtouren laufen, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist das einfach nicht möglich“, fasst Maier zusammen.

Die Folge sei, dass Wohnungsunternehmen sich wieder mehr den Bestandsobjekten zu wenden: 31 Prozent der Unternehmen wollen im kommenden Jahr mehr für Modernisierungen und klimarelevante Sanierungen ausgegeben, nur 19 Prozent planen in diesem Bereich mit Kürzungen.

„Die Antworten unsere Mitglieder machen deutlich, dass eine Trendwende für den bezahlbaren Wohnungsbau in Bayern noch nicht in Sicht ist“, erklärt der Verbandsdirektor.

Branche setzt auf Gebäudetyp-e
Für die Wohnungswirtschaft gibt es aber auch Lichtblicke: Die Branche setzt perspektivisch auf den Gebäudetyp-e als Ausweg auf steigende Baukosten. 41% der befragten Unternehmen geben an, sich bereits mit den Möglichkeiten des neuen Gebäudetyps befasst zu haben und sie nutzen zu wollen. „Der Gebäudetyp-e bietet einen Weg zurück zu einem guten Baustandard, ohne überbordende Baunormen, die Baukosten und Materialverbrauch treiben“, erläutert der Verbandsdirektor. Was für eine schnelle Umsetzung noch fehle, sind die angekündigten rechtlichen Rahmenbedingungen.