Stärkster Einkommenszuwachs je Einwohner im Zeitraum 2013 bis 2023 in der Oberpfalz

In den bayrischen Landkreisen etwas höheres Wachstum als in den kreisfreien Städten.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, erhöht sich das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Bayern je Einwohner in der Dekade von 2013 bis 2023 nominal um 36,3 Prozent. Dabei gibt es nach den neuesten Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ Unterschiede zwischen den Regierungsbezirken. Am stärksten nimmt das Verfügbare Einkommen in der Oberpfalz mit 39,4 Prozent zu, dahinter folgen mit etwas Abstand Unterfranken und Niederbayern mit 38,8 Prozent bzw. 37,1 Prozent. Auf dem vierten Platz rangiert Oberfranken mit 36,3 Prozent, was dem bayerischen Durchschnitt entspricht. Die Regierungsbezirke Oberbayern, Mittelfranken und Schwaben liegen mit 35,9 Prozent, 34,8 Prozent bzw. 34,2 Prozent unter dem bayerischen Durchschnitt.

Trotz der unterdurchschnittlichen Einkommensentwicklung verzeichnen die Einwohner von Oberbayern im Jahr 2023 mit 34 716 Euro den höchsten durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen aller Regierungsbezirke.

Betrachtet man nicht das durchschnittliche Einkommen pro Kopf, sondern die Gesamtsumme des Verfügbaren Einkommens in einem Regierungsbezirk, schneidet Niederbayern im 10-Jahres-Vergleich mit einem Plus von 47,7 Prozent am besten ab. Dieses Wachstum liegt um 10,6 Prozentpunkte höher als in der Pro-Kopf-Betrachtung für diesen Regierungsbezirk. Neben der starken Bevölkerungszunahme in Niederbayern dürften für diese Differenz weitere Faktoren eine Rolle spielen. Beispielsweise steigt durch die relativ hohe Geburtenzahl in Niederbayern der Anteil junger, noch nicht selbst verdienender Bevölkerungsteile an, wodurch die durchschnittliche Zunahme je Einwohner gedämpft wird.

Auf Kreisebene wächst das Verfügbare Einkommen pro Kopf in den zehn Jahren von 2013 bis 2023 im Landkreis Rhön-Grabfeld mit 75,6 Prozent am stärksten. Es folgen die Landkreise Wunsiedel mit einem Plus von 57,4 Prozent, Tirschenreuth mit 56,8 Prozent und Erlangen-Höchstadt mit 52,6 Prozent. Unter den Top Ten findet man keine kreisfreie Stadt. Unter den zehn Kreisen mit den niedrigsten Einkommenszuwächsen befinden sich hingegen sieben kreisfreie Städte.

Obwohl das Einkommen in den Landkreisen stärker wächst, ist das einwohnerbezogene Einkommen in den kreisfreien Städten auch im Jahr 2023 mit 32 001 Euro noch immer höher als in den Landkreisen mit 31 325 Euro. Wie in den Vorjahren erreicht der Landkreis Starnberg auch 2023 mit 44 520 Euro das höchste Verfügbare Einkommen je Einwohner. Danach folgen die Landkreise Miesbach mit 40 748 Euro, der Landkreis München (39 090 Euro) und die Stadt München (38 190 Euro).

Bei den hier vorgelegten Ergebnissen ist zu beachten, dass es sich um nominale, also nicht preisbereinigte, Werte handelt. Eine Preisbereinigung auf Kreisebene ist derzeit nicht möglich, da regionale Preisindizes unterhalb der Landesebene fehlen. Somit bleiben Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen den Kreisen außer Betracht. Das Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stellt daher für sich betrachtet noch kein Maß für die regionale Kaufkraft dar.