Neuer offizieller Ratgeber: Empfohlene Vorsorge für private Haushalte im Krisen- und Katastrophenfall

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat seinen Ratgeber “Vorsorgen für Krisen und Katastrophen” grundlegend überarbeitetet. Er gibt Informationen darüber, wie sich jeder und jede zu Hause in einfachen Schritten auf mögliche Unterbrechungen des Alltags oder Krisen vorbereiten kann.

Um welche Krisenfälle geht es konkret?
Das Bundesamt nennt unter anderem Extremwetter wie schwere Stürme und Überschwemmungen, die auch Gebäude und Straßen beschädigen oder für Stromausfälle sorgen können. Auch Leitungen für Wasser, Gas oder Mobilfunk können beschädigt werden. Denkbar sind außerdem Cyberattacken, gezielte Sabotage oder Angriffe auf Infrastrukturen. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr ausgeschlossen zu sein. Aber so dramatisch muss es nicht kommen: Auch im Fall einer schweren Erkältung oder eines gebrochenen Beins können Vorräte entlasten.

Gibt es eine Pflicht, Vorräte anzulegen?
Nein, es handelt sich um Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) – und keine verbindlichen Vorgaben. Notfallvorsorge ist immer individuell. Man sollte sich aber bewusst sein, dass auch vermeintlich kleine Störungen viele Menschen betreffen können. Es kann dauern, bis alle Betroffenen Hilfe bekommen.

Für welchen Zeitraum sollte man vorsorgen?
Das BKK empfiehlt, sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft bereits. Der Vorrat kann schrittweise aufgebaut werden. Es ist besser, überhaupt anzufangen, als gar nichts zu tun, nur weil man nicht auf Anhieb alle Empfehlungen erfüllen kann.

Gelten für alle Menschen dieselben Empfehlungen?
Grundsätzlich schon, und trotzdem gibt es Unterschiede: Zum Beispiel wird jeder Haushalt für sich selbst die ideale Zusammensetzung seines Vorrats finden müssen – aufgrund von individuellen Vorlieben und Abneigungen oder zum Beispiel wegen Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten oder durch die Lagerungsmöglichkeiten vor Ort. Außerdem spielt es eine Rolle, ob auch Kinder oder Haustiere versorgt werden müssen.
Auch für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es einiges zu beachten: Sie brauchen unter Umständen einen Vorrat an Medikamenten, einen Rollator oder Krücken, um das Haus verlassen zu können. Außerdem sind sie möglicherweise besonders auf Hilfsmittel wie eine Brille oder ein Hörgerät und die passenden Ersatz-Batterien oder Ladegeräte angewiesen. Auch eine Liste mit Notfallkontakten kann hilfreich sein.

Die Broschüre ist hier als Download abrufbar.