Die WohnungswirtschaftBayern

Statement VdW Bayern zur Expertenanhörung Flächensparen

Expertenanhörung im Bayerischen Landtag „Bayerns Landschaft erhalten, nachhaltige Entwicklung aller Landesteile garantieren“

Statement VdW Bayern zum Flächensparen: Freiwilligkeit statt verordneter Begrenzung
Verbandsdirektor Hans Maier

München (14.05.2020) – Die Wohnsituation in Bayern ist bedenklich. Die Wartelisten für bezahlbare Wohnungen in vielen bayerischen Städten sind lang. In der Landeshauptstadt München warten – Stand Ende Februar 2020 – 24.000 Haushalte auf eine geförderte Wohnung, in Nürnberg 8.288 und in Augsburg 2.100. Der Wunsch nach einem bezahlbaren Zuhause wird immer größer und eine Lösung dieses Mangelproblems ist immer schwieriger zu erfüllen. Ursache für den Wohnungsmangel ist das Bevölkerungswachstum in Bayern. Allein von 2012 bis 2017 sind mehr als 500.000 Menschen zugewandert.

Deshalb müssen sachgerechte Regelungen gefunden werden, damit das Flächensparen nicht zu Lasten des notwendigen Wohnungsneubaus führt.

Die bayerische Wohnungswirtschaft bekennt sich zum nachhaltigen Wohnungsbau. Sie kann dazu auch ihren Beitrag leisten, wenn der erforderliche Rahmen geschaffen wird.

  1. Insbesondere müssen die vorhandenen Flächen durch dichtere Bebauung und mehr Geschossflächen besser ausgenutzt werden. Mehrgeschossiger Wohnungsbau ist zudem energieeffizienter und spart – zum Beispiel gegenüber Eigenheimen – mehr als die Hälfte der Fläche.
  2. Ein wichtiger Ansatz ist die Verbesserung der Innenentwicklung, beispielsweise durch eine Besteuerung brachliegender baureifer Grundstücke, um deren Hortung einzudämmen.
  3. Zudem bedarf es finanzieller Anreizsysteme, um das Bauen im Innenbereich attraktiver zu machen. Die Innenentwicklung müsste preisgünstiger sein als das Bauen im Neubaugebiet. Dies ist Anfang 2020 nicht der Fall. Das Bauen in Neubaugebieten ist deutlich kostengünstiger und erfordert damit deutlich weniger Fördermittel als der geförderte Wohnungsbau in innerstädtischen Verdichtungsräumen. Ein gutes Beispiel zur Förderung der Innenentwicklung ist das derzeit bestehende Kommunale Wohnbauförderprogramm, dass gerade die hohen Baukosten für Maßnahmen im Innenbereich deutlich nivelliert und damit zu erträglichen Wohnkosten führt.

PDF-Download