Die WohnungswirtschaftBayern

Wohnungswirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Nürnberg (22.05.2019) – Mehr als 400 Delegierte der bayerischen Wohnungswirtschaft kamen am 22. Mai zum Verbandstag des VdW Bayern nach Nürnberg. Die sozial orientierten Mitgliedsunternehmen haben im Jahr 2018 knapp zwei Milliarden Euro in den Wohnungsbau investiert und verwalten rund 450.000 bezahlbare Mietwohnungen. „In Bayern fehlen mehr als 100.000 preisgünstige Wohnungen. Der Freistaat und die Kommunen sind hier gefordert“, sagte Verbandsdirektor Hans Maier. Mehr bezahlbare Mietwohnungen könne es nur mit mehr Fördermitteln und Zugang zu günstigem Bauland geben.

Wohnungsmangel gab es in der Geschichte Bayerns immer wieder. Besonders nach den beiden Weltkriegen im letzten Jahrhundert. Die Wohnungsunternehmen haben stets reagiert und durch eine Ausweitung des Angebots die Wohnraumversorgung der Bevölkerung sichergestellt, berichtete der Verbandsdirektor. Für Maier ist klar: „Die Wohnungsmarktsituation wird sich nur verbessern, wenn in allen Bereichen wieder mehr gebaut wird.“ Dabei müsse neben Eigentums- und Mietwohnungen auch der Anteil der geförderten Wohnungen deutlich erhöht werden. Denn der Anteil günstiger Wohnungen im Freistaat Bayern sei durch Privatisierungen von Bund und Freistaat drastisch zurückgegangen. Derzeit fehlen nach Berechnungen des VdW Bayern rund 100.000 preisgünstige Wohnungen.

Bauland und Fördermittel statt Eingriffe in das Mietrecht
„Für  funktionierende Wohnungsmärkte brauchen wir Verlässlichkeit“, erklärte der Verbandschef. Konkret geht es dem VdW Bayern um eine deutliche Erhöhung der Wohnraumfördermittel und politische Unterstützung bei der Aktivierung von bezahlbarem Bauland. Beim Wohnungsbau dürfte auch der ländliche Raum nicht vernachlässigt werden. Dabei seien eine gute Infrastruktur und ein Fördersystem, das sich an den in der Region erzielbaren Mieten orientiert, wichtige Faktoren.

Die 475 Verbandsmitglieder hätten 2018 mit großen Anstrengungen ihre Investitionstätigkeit zum fünften Mal in Folge erhöht und knapp 1,4 Mrd. Euro für den Neubau von 3.900 preisgünstigen Wohnungen ausgegeben. Regulatorischen Eingriffen wie Mietendeckel oder die Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen sind für den Verbandsdirektor keine Lösung: „Enteignungen und das Einfrieren von Mieten helfen Wohnungssuchenden wenig“. Die Probleme auf den Wohnungsmärkten würden durch zunehmende Eingriffe in das Mietrecht nicht behoben, sondern eher noch verschärft. Und zwar wenn den Unternehmen die Einnahmenseite beschnitten wird und zeitgleich Wohnungsbau erwartet wird.