Die WohnungswirtschaftBayern

Niederbayern braucht geförderten Wohnungsbau

Sicherheit bei Fördermitteln – doch knappes Bauland und hohe Baukosten

Straubing (28.03.2019) – Beim Landesausschuss des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen diskutierten 40 Wohnungsunternehmen über die aktuellen Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau. Positiv wurde die Planungssicherheit bei der Wohnraumförderung gesehen: Durch eine Grundgesetzänderung ist Mitte März die Rechtsgrundlage für die Finanzhilfen des Bundes bei der sozialen Wohnraumförderung erreicht worden. Der Freistaat plant eine Verstetigung seiner Fördermittel auf dem Niveau des Jahres 2018. „Bei der Förderung sind wir auf der sicheren Seite. Für einen kräftigen Schub beim Wohnungsbau brauchen wir jetzt noch ausreichend Bauland und eine Baukostenbremse“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.

Das starke Bevölkerungswachstum in Niederbayern und der schnelle Anstieg der Mietpreise in Städten wie Passau, Landshut und Straubing, machen für den Verbandsdirektor eine Ausweitung des geförderten Wohnungsbaus unabdingbar: „Wir brauchen eine Quote von zehn bis 15 Prozent bezahlbare Wohnungen für die Menschen, die sich am freien Markt nicht versorgen können“, erklärt Maier. Den Ansatz der Politik, die steigenden Mieten durch zunehmende Regulierungen wie die Mietpreisbremse in den Griff zu bekommen, hält er für den falschen Weg.

Das Nadelöhr für den Wohnungsbau sei derzeit die Verfügbarkeit von Bauland. Hier sieht der Verbandschef zwei Entwicklung: steigende Preise und mangelnde Verfügbarkeit. Die Baulandpreise haben in Städten wie Landshut und Straubing stark angezogen. Doch auch ohne den Preisanstieg sei Bauland ein knappes Gut, da Grundbesitzer angesichts des niedrigen Zinsniveaus ihren Boden ungern verkaufen. Hinzu komme dann noch der starke Anstieg bei den Baukosten. Diese hätten von 2000 bis 2018 um knapp 60 Prozent zugelegt. „Das schlägt sich natürlich in den Mieten nieder“, sagt Maier. Eine weitere Erhöhung der Bau-werkskosten müsse deshalb verhindert werden.

Zwei Vorschläge, wie auch die Kommunen ihren Teil zur Kostensenkung beitragen können, macht Günther Krailinger, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau GmbH Straubing. Mehr Flexibilität bei den Abstandsflächen zum Nachbargrundstück würden ein Bauen in die Höhe und damit mehr Wohnungen ermöglichen. Ein weiterer Wunsch des Geschäftsführers ist die Reduzierung des Stellplatzschlüssels im geförderten Wohnungsbau von 1,0 auf 0,7 Stellplätze pro Wohnung. „Mit dem richtigen Mobilitätskonzept oder bei Wohnanlagen mit guter ÖPNV-Anbindung wäre der reduzierte Stellplatzschlüssel vollkommen ausreichend“, meint Krailinger. Da ein Tiefgaragenstellplatz mindestens 20.000 Euro kostet, könnten Wohnungsunternehmen mit dieser Maßnahme eine Menge Geld sparen.

Ländliche Räume stärken – auch durch attraktive Mietwohnungen

Die steigenden Mieten können für den Verbandschef nur durch eine Ausweitung des Wohnungsangebots gedämpft werden. Dabei ist für Maier wichtig, dass nicht nur die Ballungsräume, sondern auch die ländlichen Regionen im Blick behalten werden. Attraktive Mietwohnungen seien auch auf dem Land ein zentraler Baustein der Wohnraumversorgung: „Für junge Menschen, die sich noch kein Eigentum leisten können, für Senioren, die auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen sind und nicht zuletzt auch für Arbeitgeber, um als Unternehmensstandort interessant zu sein“, zählt Maier auf. Um den Wohnungsbau im ländlichen Raum zu stärken, ist für den Verbandsdirektor mehr Flexibilität bei der Wohnraumförderung nötig. Er fordert eine Aufstockung der Fördermittel – für Regionen mit niedrigen Mieten auch mit Zuschüssen und zusätzliche Hilfen, wenn bei der Ansiedlung von Unternehmen Wohnraum benötigt wird.

Verbandsdirektor Hans Maier und WBG Straubing-Geschäftsführer Günther Krailinger beim Pressegespräch (von links).