Die WohnungswirtschaftBayern

Grundsteuerreform: Statement Verband bayerischer Wohnungsunternehmen

Grundsteuer: Wer für die wertorientierte Grundsteuer ist, belastet langfristig die Mieter

München (12.02.2019) – Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen spricht sich bei der Grundsteuerreform für ein praktisch umsetzbares Modell aus. „Die Belastungen für die Mieter müssen bei der Grundsteuerreform möglichst gering gehalten werden“, fordert Verbandsdirektor Hans Maier. Das kann aus Sicht der Wohnungswirtschaft nur das Flächenmodell bieten.

Das aktuell diskutierte Kompromissmodell orientiert sich an den Ertragswerten. Der Verkehrswert der Immobilie wird aus den möglichen Mieteinnahmen abgeleitet. „Die Folge wären starke Kostensteigerungen, gerade bei preiswerten Mietwohnungen in sonst teuren Wohnlagen“ befürchtet Maier. Die Berücksichtigung von Bodenwerten birgt für den Verbandsdirektor die Gefahr von massiven Grundsteuererhöhungen in den bereits belasteten Ballungsräumen.

Deshalb fordert die Wohnungswirtschaft ein praktisch umsetzbares Modell, das Mieter und Vermieter möglichst wenig belastet. Ihr Favorit ist eine vereinfachte Grundsteuer mit einer flächenorientierten Bemessungsgrundlage und einem wertunabhängigen Verfahren. „Die Vorteile sind eine unkomplizierte Wertermittlung, die geringe Streitanfälligkeit und mehr Kontinuität in der Grundsteuerbemessungsgrundlage“, fasst der Verbandsdirektor zusammen.
Auch die diskutierte Streichung der Umlagefähigkeit in den Betriebskosten ist aus Sicht des VdW Bayern keine Lösung, denn „langfristig gehen Erhöhungen immer zulasten der Mieter“ sagt Maier. Gerade den Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern bleibt bei ihren knapp kalkulierten Mieten keine andere Wahl, als zusätzliche Kosten über Mieterhöhungen hereinzuholen.