Die WohnungswirtschaftBayern

Mitgliederversammlung der Vereinigung der Wohnungsunternehmen in Mittelfranken

Am 06.03.2018 fand die Mitgliederversammlung der Vereinigung der Wohnungsunternehmen in Mittelfranken e.V. im Novotel Nürnberg statt. Die 47 Mitgliedsunternehmen der Vereinigung haben einen Bestand von 97.777 Mietwohnungen – davon 42.076 in Nürnberg, 10.800 in Erlangen und 8.750 in Fürth. Verbandsdirektor Hans Maier bewertete den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aus Sicht der Wohnungswirtschaft und stellte die wichtigsten Themen der Branche im bayerischen Wahljahr vor.

„Der Koalitionsvertrag enthält viele positive Signale, die jetzt in Gesetzesvorhaben gegossen werden müssen“, sagte Maier. Doch einige Themen würden der Wohnungswirtschaft nicht schmecken. Als Beispiel nannte er die geplanten Regulierungsversuche beim Mietrecht. Kritisch sieht der Verbandsdirektor auch die das Thema Baulandmobilisierung für den preisgünstigen Wohnungsbau. Fehlende preisgünstige Grundstücke für bezahlbaren Wohnungsbau werden angesichts der angespannten Wohnungsmärkte dringend gebraucht. Dafür plant die neue Bundesregierung eine Enquête-Kommission „Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik“ sowie die Gewinnung von zusätzlichem Wohnbauland von Landwirten durch steuerlich wirksame Reinvestitionsmöglichkeiten in den Mietwohnungsbau. Das klingt in erster Linie positiv. Allerdings hat der Koalitionsvertrag auch das Ziel, den Flächenverbrauch in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2030 auf maximal 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Die Wohnungswirtschaft befürchtet dadurch weiter steigende Baulandpreise.

Das Wohnen und vor allem der Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen ist im Wahljahr 2018 ein Megathema, sagte der Verbandsdirektor. „Wenn sich die Menschen aus der Mitte der Gesellschaft das Wohnen nicht mehr leisten können, wenden sie sich von den etablierten Parteien ab“, warnte Maier. Deshalb benötige die Wohnungswirtschaft dringend eine gesicherte Mittelausstattung für den geförderten Wohnungsbau auch über das Jahr 2020 hinaus. An zweiter Stelle auf der Liste der Forderungen im Wahljahr steht die Ausgestaltung der Wohnraumförderung. Hier wünscht sich der VdW Bayern mehr Flexibilität bei den Förderrichtlinien und eine Erhöhung der Zuschüsse von aktuell 300 Euro pro Quadratmeter. Auch über eine Grundstücksubventionierung wie bereits im Nachbarland Baden-Württemberg eingeführt, müsse diskutiert werden. Als größten Engpass nannte Maier nochmals das knappe Bauland. Bei einem Bieterwettbewerb mit freien Bauträgern hätten die sozial orientierten Wohnungsunternehmen mit ihren Zielmieten um die 10 Euro pro Quadratmeter keine Chance.

Wahl des Vorstands
Für den Vorstand der Vereinigung endete 2018 die aktuelle Wahlperiode. Deshalb standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Bis auf den ausscheidenden Ralf Hummer von der Nürnberger Aufbaugesellschaft trat das gesamte Gremium zur Wiederwahl an. Als Nachfolger bewarb sich Hannes B. Erhardt vom ESW Evangelisches Siedlungswerk Bayern, Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH erfolgreich um den Vorstandsposten. Der neu gewählte Vorstand der Vereinigung der Wohnungsunternehmen in Mittelfranken e.V. setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Peter-Stephan Englert (St. Gundekar-Werk Eichstätt Wohnungs- u. Städtebaugesellschaft mbH), Roland Breun (Wohnungsgenossenschaft Fürth – Oberasbach eG),  Hannes B. Erhardt, Matthias Gast (Wohnungsunternehmen Frankenheim eG), Franz Haubner (Baugenossenschaft des Eisenbahnpersonals Nürnberg u. Umgebung eG), Bernd Lerner (Wohnungsgenossenschaft „Sigmund Schuckert“ eG) und Johannes Soellner (Gartenstadt Nürnberg eG). Peter-Stephan Englert dankte Ralf Hummer im Namen des Vorstands für den jahrelangen Einsatz für die Vereinigung. Herr Hummer ist seit 45 Jahren für die Wohnungswirtschaft aktiv und war seit 2009 im Vorstand der Vereinigung der Wohnungsunternehmen in Mittelfranken e.V.