Die Wohnungswirtschaft BayernVdW Bayern

Fachtagung im Schatten der Flüchtlingskrise

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Unterbringung von Flüchtlingen sind die zentralen Themen der Fachtagung „VdW im Dialog“ des VdW Bayern. „Die Wohnungswirtschaft leidet vor allem unter den stark gestiegenen Baukosten“, sagte Verbandsdirektor Xaver Kroner in Reit im Winkl vor rund 500 Teilnehmern aus Wohnungswirtschaft, Politik und Wissenschaft. Im Mietwohnungsbau seien Kaltmieten unter zehn Euro pro Quadratmeter nicht mehr machbar.

 Der Verbandsdirektor verdeutlichte die aus Sicht der Wohnungswirtschaft nötigen Maßnahmen: Eine drastische Erhöhung der Wohnraumförderung auf Bundes- und Landesebene in Verbindung mit ergänzenden Zuschüssen. Um die Neubaumieten im freifinanzierten Mietwohnungsbau zu senken, seien Anreize für Investoren, wie steuerliche Maßnahmen nötig. Ein zentrales Hemmnis für bezahlbaren Wohnungsbau seien die hohen Baukosten. Laut einer von der Bundesregierung eingesetzten Baukostensenkungskommission sind die Baukosten seit 2000 um 45 Prozent gestiegen. „Wir brauchen dringend ein deutlich kostengünstigeres Bauen“, sagte Kroner. Darüber hinaus forderte er von den Kommunen eine Mobilisierung von Grundstücksreserven im Wege von Konzeptvergaben.

Aus Fehlern lernen: Soziale Betreuung nicht vernachlässigen

 „Beim Thema Flüchtlinge und Asyl sollten wir unser Langzeitgedächtnis einschalten“, so Kroner. Auf keinen Fall dürfe man die Fehler der 1990er Jahre wiederholen, als Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern Tür an Tür angesiedelt und sich selbst überlassen wurden. „Damals ging das in vielen Fällen fürchterlich schief“, erinnert der Verbandschef. Die Folge waren soziale Brennpunkte, mit denen manche Städte viele Jahre zu kämpfen hatten. Deshalb forderte Kroner, die soziale Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Wohnquartieren sicherzustellen.

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