Die WohnungswirtschaftBayern

Bezahlbares Wohnen: Kommunale Wohnungsunternehmen sind wichtige Partner der Städte

Bezahlbare Wohnungen sind auf den Wohnungsmärkten der Ballungszentren nach wie vor Mangelware. Daran haben auch Mietpreisbremse und Bestellerprinzip nichts geändert. Als natürliche Preisbremse funktionieren hingegen die 740 kommunalen Wohnungsunternehmen in Deutschland. Über aktuelle Herausforderungen wie schrumpfende Sozialwohnungsbestände, steigende Baukosten, die Unterbringung von Flüchtlingen und das altersgerechte Wohnen diskutierten Vertreter der bayerischen Wohnungswirtschaft beim Forum kommunale Wohnungsunternehmen am 21. Juli.

740 kommunale Wohnungsunternehmen gibt es derzeit in Deutschland, in Bayern sind es 89. Mieter können bei diesen Unternehmen in den bayerischen Städten für durchschnittlich 5,75 Euro pro Quadratmeter wohnen. „Das Hauptziel der kommunalen Wohnungsunternehmen ist die sozial stabile Wohnraumversorgung der Bevölkerung“, erläutert VdW Bayern-Verbandsdirektor Xaver Kroner. Davon zeugen auch die Bauzahlen. 2014 wurden bundesweit rund 6.400 Wohnungen durch kommunale Wohnungsunternehmen neu gebaut, in Bayern waren es 1.350. „Eine stolze Leistung, denn in diesem Bereich engagieren sich sonst kaum noch andere Akteure“ sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Hinzu kämen weitere Leistungen für die Bevölkerung wie Stadtentwicklung, Einsatz für das altersgerechte Wohnen oder aktives Sozialmanagement für stabile Wohnquartiere.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der GdW-Präsident auch weiterhin für den Bau von Sozialwohnungen. Denn die Wohnungsbestände mit Mietpreisbindung würden immer weniger. Seit 2002 hat sich die Zahl der Sozialwohnungen um 1,2 Mio. auf heute 1,4. Mio. reduziert. An dieser Stelle lobt er den Freistaat Bayern, da dieser die Bundesmittel für die Wohnraumförderung zweckgebunden einsetze und sogar noch eigene Mittel aufwende. Im bundesweiten Vergleich keine Selbstverständlichkeit. Aber auch der bayerische Einsatz reicht nicht aus, wie Verbandsdirektor Kroner darlegt. Auch bei den Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern fallen jedes Jahr mehr Wohnungen aus der Bindung (2014: 4.320) als neu gebaut werden (2014: 2.386).

Baukostenanstieg stoppen

Um diesen Trend aufzuhalten müssten die Baukosten dringend gesenkt werden, sind sich Gedaschko und Kroner einig. Denn die Kosten für den Neubau von Mehrfamilienhäusern sind seit dem Jahr 2000 um rund 36 Prozent gestiegen. Beim sozialen Wohnungsbau gibt es zudem durch die Nutzung von Fördermitteln noch strengere Anforderungen an das Bauen, etwa im energetischen Bereich. „Hier müssen wir aufpassen, dass der Wohnungsbau überhaupt noch wirtschaftlich möglich ist“, warnt Kroner. Denn die kommunalen Wohnungsunternehmen würden zunehmend auch für die Schaffung von Wohnraum für Zuwanderer gebraucht.

Kommunale Wohnungsunternehmen übernehmen Verantwortung

Schon heute leistet die Wohnungswirtschaft einen starken Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen. Doch die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen sind verbesserungsfähig, so der GdW-Präsident. Gedaschko fordert eine Gesamtstrategie des Bundes für eine geregelte Aufnahme, die rasche und solide Unterbringung von Flüchtlingen sowie Unterstützung bei der Integration. Für Gebiete, die vom Zuzug besonders geprägt sind, sei ein Bundesprogramm für den Neubau von Wohnungen dringend erforderlich.

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