Die WohnungswirtschaftBayern

ABI: Wohnungsfertigstellungen in Bayern: Weiter Weg zum Ziel

München (28.04.2017) Für den Wohnungsbau hat der Freistaat Bayern seit Jahren ein klares Ziel. 70.000 neue Wohnungen sollen jährlich gebaut werden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Die aktuell vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen sind von dieser Vorgabe weit entfernt. 53.993 Baufertigstellungen meldet das Amt für 2016. „Damit wurden die Vorjahreszahlen nur unwesentlich übertroffen“, sagt Günther Gültling, der Vorsitzende der ABI Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Immobilienverbände. Die Prognosen für 2017 würden zwar etwas besser aussehen, das Ziel der Staatsregierung sei aber noch in weiter Ferne.

Dabei ist die Nachfrage auf den Wohnungsmärkten der bayerischen Ballungszentren ungebrochen. Im Jahr 2016 sind die Wohnungsmieten flächendeckend gestiegen. Langjähriger Spitzenreiter ist München mit 15,65 Durchschnittsmiete pro Quadratmeter, doch auch in Ingolstadt leben Mieter teuer (11,14 Euro), meldete das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im März. Zuwanderung und Wohnungsengpässe  sorgen für weiter steigende Mieten, so die Experten´.

„Der  Wohnungsbau muss dringend beschleunigt werden“, so Gültling. Die Ergebnisse des  Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen würden die nötigen wohnungspolitischen Maßnahmen aufzeigen und müssten wie erst kürzlich die Novelle des Baugesetzbuches umgesetzt werden. Dazu zählen z.B. Deregulierungsvorhaben wie die Einführung einer einheitlichen Musterbauordnung, beschleunigte Genehmigungsverfahren oder eine Sonderabschreibung für den Wohnungsbau samt einer gleichwertigen Investitionszulage. „Und natürlich: Keine weitere Verschärfung kostentreibender Baustandards“, ergänzt der ABI-Vorsitzende.